Aquapac Aquaman Rucksack im Bikepackig Test – die wasserdichte 25L Version

Der Aquapac 25L Rucksack wird vom Hersteller selbst als wasserdichter Rucksack ohne Zuordnung einer speziellen Sportart oder Aktivität geführt und in drei unterschiedlichen Größen von 15/25/35L angeboten. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte herausfinden, inwieweit sich der Rucksack fürs Bikepacking oder Gravelbiking eignet. Ich habe mir den Aquapac 25L in mittlerer Größe ausgesucht und bei einer fünftägigen Bikepacking Tour, auf verschiedenen Gravel Touren, aber auch voll beladen im urbanen Einsatz für dem Einkauf benutzt. Inwieweit sich der Rucksack fürs Bikepacking und die Nutzung als Fahrradrucksack im allgemeinen eignet, erfährst du nun in diesem Testbericht.


Aquapac Wet And Dry 25L Rucksack 

Ein wasserdichter Rucksack. Kein leidiges Anhalten um die Regenhülle überzuziehen, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet. Einfach weiterfahren um zu wissen, das alles im Rucksack trocken bleibt. Für mich als Bikepacker, Radfahrer und überzeugter Rucksackträger ein verlockender Gedanke. Der Aquapac 25L Rucksack erfüllt auf den ersten Blick diese Kriterien. Aber eins nach dem anderen.

Der Rucksack besteht aus TPU beschichtetem 210D Nylon in Schwarz. Partien am Boden und am Rücken sind aus dem gleichen Material in Grau abgesetzt. Das Material hat bei mir einen wertigen und robusten Eindruck trotz geringer Stärke hinterlassen.

Mittels dreimaligen Einrollen über den Rollverschluß wird der Rucksack lt. Hersteller absolut wasserdicht verschlossen und per Steckschließe gesichert. Eine allgemein bewährte Verschußtechnik bei wasserdichten Pack -oder Rucksäcken seit vielen Jahren. So auch bei Aquapac. Absolut intuitiv zu bedienen und zuverläßig. Eine zusätzliche Absicherung bieten jeweils eine Gummilasche mit Aussparung und durchgeführter Gummikordel mit kleinem Stopper als Gegenhalter. Dieser sitzt allerdings sehr locker in der Aussparung der Lasche und kann mit wenig Zug wieder aus dem Loch ploppen, was mir schon passiert ist.

An den Seiten ist jeweils eine Netztasche aufgenäht. Das Netzmaterial macht auf mich, wie das Hauptmaterial des Rucksacks, einen ebenfalls strapazierfähigen Eindruck. Hier paßen locker 1,5L Trinkflaschen rein. Ich hatte immer Kleinkram darin verstaut, auf welchen ich schnell mal zugreifen mußte. Das ist allerdings während der Fahrt nicht möglich, da die Taschen im Mittel mit ~35cm sehr hoch sind. Das stellt aber keinen Nachteil für mich dar, weil der Inhalt selbst in raueren Gelände und trotz Rennlenkerhaltung bergab immer in den Taschen blieb.

Die Schultergurte sind sehr breit und bestehen aus atmungsaktiven Mesh bzw. 3D Material in mittlerer Stärke. Zu einem Hitzestau kam es selbst bei sommerlichen Temperaturen unter den Schultergurten bei mir zu keinem Zeitpunkt. Im Oberen Bereich sind die Schultergurte nahezu gerade geschnitten und im  Verstellbereich des Brustgurtes beidseitig etwas konturiert, um ein Einschneiden an den Achseln zu minimieren.

 

    

In meiner Sitzposition auf dem Gravelracer mit Rennlenker und Bremshebelgriffposition haben die Gurte stetig und teilweise schmerzhaft am Hals gerieben. Die Trageschlaufe ist sehr lang ausgelegt und hat im Wechsel gerne mal gegen meinen Hals oder den Helm gedrückt. Zudem mußte ich sie nach dem Aufsetzen des Rucksack immer wieder zwischen Rucksack und Rücken hervor ziehen.

 

    

Die Position des Rucksack läßt sich einfach über die Leiterschnallen am Schultergurtende regulieren. Die Gurte in 25mm Breite sind sehr lang, bilden aber mit dem Gurtbandende einen sauberen Abschluß. Mich hat das herum flattern der Gurte, gerade während des Fahrens sehr gestört, weswegen ich diese zusammengerollt jeweils mit einem Kabelbinder gesichert habe. Die Gürtelschlaufe auf den Gurten, welche den Gurt fixieren sollte, zeigte keine Wirkung, sitzt sehr locker und vertuscht quasi von selbst.

Der Brustgurt ist ebenfalls 25mm breit und läßt sich über eine Steckschließe einfach bedienen. Auf der linken Seite wurde teilweise auf Gurtband verzichtet und dieses durch flexibles Gummiband ersetzt. So reagiert der Brustgurt weniger statisch auf Bewegungen des Oberkörpers. Das hat bei mir sehr gut funktioniert. Die Breite kann über einen Dreisteg eingestellt werden. Das Gurtband ist auch hier wieder recht lang um Menschen mit größeren Brustumfang gerecht zu werden. Hier habe ich wieder mit einem Kabelbinder das Flattern unterbunden.

Der Brustgurt läßt sich an den Schultergurten leicht in der Höhe verstellen. Im oberen Bereich für meinen Geschmack schon fast zu leicht, was mehrmaliges Neujustieren zur Folge hatte.

Auf Tour trage ich an den Schultergurten meist jeweils eine Tasche für das Smartphone und eine für die Kamera um beide Geräte stets griffbereit zu haben. Diese sind so positioniert, das sie den Brustgurt nicht einklemmen oder behindern, aber auch nicht in die Achseln drücken. Über die kleinen Lochreihen an den Schultergurten läßt sich diverses Zubehör einfach befestigen, wie etwa meine kleinen Elektroniktaschen zusätzlich per Karabiner. Diese kann man auch schöner positionieren und nicht wie ich es getan habe 😉

Der Hüftgurt besteht aus 25mm breitem Gurtband und der Abschluß wieder aus gummiertem Gurtbandende. Der, bzw. die Verschlüße, sind allerdings ungewöhnlich positioniert.

 

    

Der Hüftgurt wird nicht zentral in der Mitte verschloßen, sondern mittels beidseitigen Steckschließen im Rückenbereich des Rucksack. Dieses Konzept habe ich nicht verstanden, aber es sollte wohl dazu dienen, den Hüftgurt einfach mit zwei Klicks entfernen zu können. Das Verschließen bedeutet daher auch, daß man beide Hände dafür braucht. Jeweils mit einem Teil der Steckschließe in der einen Hand und mit dem anderen Teil in der anderen Hand, mußte ich den Oberkörper immer stark nach einer Seite verdrehen um die Schnallen einzuklipsen. Das empfand  ich als sehr unangenehm. Zudem hängt der einseitig geöffnete Gurt auf einer Seite fast bis zum Boden.

Auf der Vorderseite befindet sich eine aufgenähte Lasche mit dazugehörigem Karabiner. Hier kann bei Bedarf schnell mal etwas befestigt werden. Ich habe ab und an den Hüftgurt dort einfach eingehangen, wenn ich diesen nicht benötigt habe. Das reflektierende Logo sorgt für bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit.

 

    

 

Durch den mehrteiligen Schnitt des Rucksack ergibt sich eine quadratische Bodenform. Sämtliche Nähte sind sauber ausgeführt und Nahtband versiegelt bzw. verklebt. Hier gibt es nichts zu beanstanden. So soll es sein.

 

    

Das Rückenteil besitzt keine Polsterung und Tragesystem im klassischen Sinne, was bei Leichtrucksäcken durchaus üblich ist. Hier bestimmt man mit der Anordnung der Ausrüstung die Stabilität und den Tragekomfort des Rucksack. Zur Unterstützung wurde hier zusätzlich ein doppellagiges Fach aus stärkerem Cordura aufgenäht.

 

    

In diesem Fach befindet sich zur Versteifung ein herausnehmbares Pad, welches mit Klettverschlüssen fixiert ist. Dieses kann entnommen und z.B. bei Pausen als Sitzunterlage kurzzeitig zum Schutz gegen den kalten Untergrund verwendet werden. Ein praktisches Feature, welches ich gerne genutzt habe.

 

    

Je nach Größe läßt sich auch ein Trinksystem in dem Fach verstauen. Mein Platypus Big Zip LP Trinksystem 😎 hat quasi saugend in das Fach gepaßt. Mir hat sich der Rucksack trotz Steg und etwas flacheren Form in der Trinkblase, zu indirekt auf dem Rücken angefühlt, weshalb ich die Kombination so nicht verwendet habe. Wer mit dem etwas schwammigen Gefühl auf dem Rücken kein Problem hat, findet hier eine Möglichkeit, sein Trinksystem zu verstauen. Der Schlauch kann über die Ösen mittels Karabiner geführt und befestigt werden.

 

    

Nun geht es zu den Innereien des Aquapac 25L. Hier ist ein zusätzlicher Packsack in Neongelb eingehangen oder besser eingezippt. Dieser erstreckt sich bis zum Boden und kann eben mittels Zipper einfach entfernt werden.

 

    

 

Die Farbe dient dem besseren Auffinden der Ausrüstung im schwarzen Rucksack. Das funktioniert sehr gut und irgendwie „leuchtet“ das Neongelb auch ein wenig den Rucksack aus. Ein praktisches Feature, wenn man nasse von trockener oder schmutzige von sauberer Ausrüstung getrennt transportiert möchte. In meiner Verwendung war das allerdings nicht notwendig.

Ich habe in dem Sack meine dünne EVA-Isomatte zusammengefaltet transportiert. Verschlossen wird hier per Klett. Das funktionierte ganz gut, wobei der Sack noch wesentlich mehr Platz zur Verfügung stellt.

Allerdings hat das Gewicht meines Portemonnaie und des Autoschlüssel im Wertsachenfach schon ausgereicht, um den Packsack nach unten zu ziehen, da die Befestigung im Rollverschluß des Rucksack eingenäht ist. Das kann beim Packen schon nerven.

 

    

Wie schon erwähnt, ist noch eine Nahtband versiegelte transparente Tasche aufgenäht, welche wasserdicht über einen Rollverschluß und Klett verschlossen, den Inhalt gegen Feuchtigkeit schützt. In der Tasche hatte ich immer mein Wertsachen verstaut.

Die Öffnung der Tasche schließt in gleicher Höhe ab, was das auseinander pulen um die Tasche zu öffnen oft zum Geduldsspiel machten. Das Material mit einem Silikon ähnlichem Griff ist leicht stumpf, was die Sache nicht vereinfachte. So ist es immer wieder passiert, daß ich den gelben Packsack beim herausnehmen von Ausrüstung aus dem Rucksack, teilweise mit heraus gezogen habe.

 

    

 

Und nun noch ein paar Zahlen mehr zur den Abmessungen und zum Gewicht des Aquapac 25L Rucksack. Alles Eigenwägungen -und Messungen.

Der Rucksack mißt flach ausgelegt ~60x38cm und bepackt mit dreimaligem gerolltem Verschluß ~47x23x23cm, worin die Seitentaschen nicht mit eingerechnet sind. Diese können pro Seite nochmal bis zu 9cm auftragen. Das Rückenteil hat eine Länge von ~44cm. Zusammen gerollt mißt der Rucksack ~31x13cm und läßt sich so platzsparend verstauen.

Der Rucksack wiegt komplett 758g, besteht aber aus Vier Komponenten. Hier habe ich den Rucksack mit 529g, das Rücken Pad mit 113g, den Innensack mit 84g und den Hüftgurt mit 32g von der Waage genommen.

 



Transparenzhinweis: 

Dieser Rucksack wurde mir kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Meine eigene unabhängige Meinung bleibt davon unangetastet!



 

 

Unterm Strich

Der Aquapac 25L Rucksack ist für sein geringes Gewicht ein ziemlich robuster, flexibler und definitiv wasserdichter Rucksack. Auf meinen Bikepacking -und Graveltouren regnete es nur wenig, wobei natürlich alles trocken im Rucksack blieb. Um mir Gewissheit zu verschaffen habe ich zu Hause den Rucksack nochmal komplett mit Wasser gefüllt und über Nacht stehen lassen. Hier hielt auch wie erwartet alles komplett dicht.

Der Tragekomfort hat sich für mich in Sitzhaltung auf dem Rad als nicht optimal erwiesen. Die breiten Schulterträger bauen für meine Statur zu breit und haben mir am Hals immer wieder schmerzhaft eingeschnitten. Beim Stehen oder Gehen war das Einschneiden etwas geringer. Trotzdem wären etwas schmalere, dafür dickere und vor allem konturierte Schultergurte dem Tragekomfort zuträglich.

Allen Leichtrucksäcken gemein ist das sorgsame und bestenfalls komplette Bepacken um eine Grundstabilität des Rucksack zu erhalten. Wenn man einfach nur mal ein paar Kleinteile einpackt, hängt der Rucksack leider recht sackig auf dem Rücken. 

Einen Nutzen des Hüftgurtes mit den zwei Steckschließen hat sich mir nicht erschlossen. Einzig die Möglichkeit diesen schnell vom Rucksack zu entfernen, welche ich nicht benötigte. Falls man ihn dran läßt, bleibt das starke Verdrehen des Oberkörpers zum Schließen. Hier gäbe es beispielsweise auch andre Lösungen über Gurthaken, wobei man den zentralen Verschluß des Gurtes vorne belassen könnte. 

Die grundsätzlich sinnvollen Details, wie die die Gürtelschlaufen, der Tragegurt, die Befestigung des Innensacks und die Verstellung des Brustgurt machen das Tragen eines Rucksack angenehmer, wenn diese zuverlässig funktionieren. Hier besteht definitiv noch ein wenig Raum für Finetuning. 

Letztendlich wollte ich für mich heraus finden, ob der Aquapac 25L Rucksack für das Bikepacking oder Biketouren im Allgemeinen tauglich ist. Das es kein spezieller Fahrrad Rucksack ist, möchte ihn deswegen auch nicht unter diesen Kriterien bewerten. Trotzdem bietet er mir in der Gesamtheit zu wenig Komfort und Nutzen auf Biketouren. Wenn er dem Träger paßt, ist der Rucksack mit seiner Leichtigkeit wahrscheinlich besser beim Hiking oder den unterschiedlichen Wassersportaktivitäten aufgehoben, wo er mit Sicherheit den Inhalt absolut trocken hält.

Von | 2017-12-12T11:06:27+00:00 19 August 2016|0 Kommentare

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