Alpkit Koala Seat Pack im Test – Stauraum am Sattel in einfacher Ausführung

Wie ich in meiner Übersicht schon erwähnte, habe ich mich für die Alpkit Bike-Luggage entschieden. Hier gehe ich nun genauer auf meine Erfahrungen mit dem Alpkit Koala Seat Pack ein.




Alpkit Koala Seat Pack

Den Koala Seat Pack hatte ich zusammen mit einigen anderen Bag’s, welche ich in meiner Vorschau schon aufgelistet hatte, bestellt. Der vergleichsweise günstige Preis des Koala und meine Sympathie zu Alpkit machten mir die Entscheidung für deren Bike Luggage an meinem Simplon LEXX ziemlich einfach. Die Bestellung verlief dann online ziemlich fix und nach ein paar Tagen hatte ich schon Post von „der Insel“.
 

 

Der erste Eindruck war gut. Die Verarbeitung, sämtliche Steckschließen und Gurte schienen an de richtigen Stelle, wie ich es im Vergleich mit andren Herstellern vom „sehen her“ schon kannte.

 

Ich war gespannt auf die Performance am Bike bzw. Sattel. So ein kleines Satteltäschchen für ein bisschen Werkzeug und nen Schlauch ect. hatte ich schon in Verwendung, aber so ein „Klopper“ eben noch nicht. Aber eins nach dem anderen – der gute erste Eindruck  fiel mit der Benutzung auf Tour…

 

Die Gurtführung durch das Sattelgestell ist recht einfach erledigt. Eine Gummierung des Gurtes zur „Rutsch-Minderung“, wie sie bei anderen Herstellern solcher Bag’s verwendet wird, ist hier nicht vorhanden. Deswegen habe ich gleich mal zur besseren Fixierung den Gurt doppelt um die Streben des Sattel’s gelegt. Hier noch ohne angezogene Gurte zur besseren Ansicht.

 

 

 

Die drei mitgelieferten Koala seat post straps zur Fixierung an der Sattelstütze habe ich, nach kurzer Überprüfung auf Funktion, sofort entfernt, da sich diese einfach nicht ordentlich spannen ließen. Das Material besteht aus etwas stärkere LKW-Plane mit einer Klappschnalle. Totaler Mist – ging gleich in die Tonne! Offensichtlich hat hier Alpkit nachgebessert und zumindest die Gurte durch gängiges Gurtband ersetzt. Die schlecht zu fixierenden Klappschnallen – zumindest für diese Anforderung – blieben leider.

 

Die originalen Gurte wurden von mir durch drei Klettbänder mit Schnalle ersetzt. So kann ich ordentlich Druck beim befestigen ausüben und den Bag fest an der Sattelstütze fixieren. Das funktioniert gut und hält auch im derben Gelände mit viel Vibration ohne sich zu öffnen oder verstellen.

 

Die Komprimierung und die damit bessere Stabilität des Koala am Sattel passiert über die seitlichen Spanngurte. Leider sind die Gurte bei maximaler Beladung und größt möglichem „Ausfahren“ des Bag’s recht knapp in der Länge und zu eigentlich kurz bemessen. Hier bleibt einfach zu wenig Gurt zum greifen und spannen. Mit kalten Fingern wird das zum Geduldsspiel.

 

 

 

 

Leider ist Platzierung der Steckschließe für den oberen Komprimierungsgurt – direkt unter dem Sattel sehr unglücklich platziert.

Wenn ich den Koala am Sattel befindlich bepacken möchte, muß ich schon viel Fingerakrobatik aufbringen, um die Steckschließe zu verbinden.

Daher habe ich aus noch vorhandenem Gurtmaterial und Schnallen eine entsprechenden Extender gebaut. Somit bleibt der Verschluß unter dem Sattel immer eingesteckt, das Verbinden und Festzurren verlagert sich so nach hinten.

So läßt sich der Alpkit Koala nun gut bedienen und wiegt 300g mit diesen Modifikationen.

 

 

Trotz des Extender hat es sich für mich mit den Touren dann doch als praktikabler heraus gestellt, daß ich den Koala doch lieber komplett vom Rad entferne, ihn vor oder im Zelt auspacke und vor allem befülle. Mein Schlafsack hat sich schon einen festen Platz darin reserviert, da ich durch das flexible Stopfen des Schlafsack die spezielle Form des Bag’s ausfüllen kann, bot es sich einfach an. Zudem befindet sich weniger Gewicht hinterm Sattel und das die Bewegung im Gelände wird so auch minimiert. Da der Koala nicht wasserdicht ist und der Schlafsack best möglich vor Feuchtigkeit geschützt sein sollte, „hänge“ ich meinen Big Agnes Pumphouse (Packsack)  in den Seat Bag und stopfe den Schlafsack unter Druck rein. Mit dem Rollverschluß verschlossen ist er dann gut vor Feuchtigkeit geschützt. Für Bekleidung, welche sich auch gut an die Form anpassen läßt, habe ich dann noch ein wenig Platz – je nach verwendetem Schlafsack mit unterschiedlichen Volumina. Das ist nur ein Vorschlag und kein MUß ;- )

 

 
 
 Unterm Strich
 

Den Alpkit Koala Seat Bag habe ich nun seit gut einem Jahr auf diversen Touren in Benutzung und ihn immer wieder etwas getunt. Für £65.00 bekommt man einen vergleichsweise günstigen und relativ leichten Seat Pack mit kleinen „Mängeln“. Durch meine Modifikationen bin ich mit der Funktion nun ganz zufrieden. Die fehlende Gummierung der Gurte zur besseren Fixierung am Sattelgestell ist nicht neu und beim „Original“ von Revelate Design – Viscacha –  perfekt umgesetzt. Den RD Seat Bag durfte ich schon selbst befummeln und mich von der Performance am Sattel/Stütze überzeugen. Die Viscacha sitzt perfekt und „klebt“ förmlich am Sattelgestell. Das vermisse ich beim Koala sehr, da ich die Gurte schon ordentlich anknallen muß, damit die Bewegungen des Bag’s im akzeptablem Bereich bleiben. Ein bis zwei mal über den Tag auf Tour ist ein Nachspannen schon mal nötig, da sich der Koala immer wieder mal ein wenig am Sattel „setzt“. Das erledige ich meist bei kleinen Päuschen mit einem Gesamtcheck – Gewohnheitssache.  Es ist absolut im tolerantem Bereich, aber ich mag es nun mal fest fixiert und somit Ruhe in der „Fuhre“. Trotzdem bleibt die Möglichkeit der Gummierung des Gurtes und dessen Positionierung zur besseren Fixierung am Sattel, für mich die Achillesferse des Koala!

 

Die Verarbeitung geht absolut i.O., auch wenn der Koala unter Druck mit voller Beladung schon mal die Fäden zeigt. In puncto Haltbarkeit mache ich mir d.b. keine Sorgen. Bisher ist noch keine Naht aufgegangen oder irgend etwas zer -oder abgerissen. Ausreichend stabil ist das Teil. 

Die von mir verbesserten Detaillösungen würde ich mir in der Serie wünschen, da es die Handhabung meiner Meinung nach wesentlich komfortabler macht. Der Tausch der Gurte zur Befestigung an der Sattelstütze in der Serie ist schon mal ein Anfang. Bleibt abzuwarten, was Alpkit demnächst noch für Optimierungen am Koala umsetzt…

Meine Bikepacking-Touren mit meinem Set aus der Alpkit Bike Luggage machen nach wie vor totalen Spaß. Der Koala Seat Bag funktioniert, bis auf die erwähnten Mängel und durch meine Optimierungen, nun im Zusammenspiel mit den anderen Bag’s sehr gut.

Von | 2017-11-11T10:52:09+00:00 1 Juni 2015|0 Kommentare

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