Integral Designs Hot Socks im Test – damit die Füße warm bleiben

Bisher hat sich der Winter über den Jahreswechsel sehr zurück gehalten und die vergleichsweise milden Temperaturen erinnern mehr an einen lauen Herbst oder milden Frühling. Wenn ich bei solchen Temperaturen auf Tour bin, habe ich trotz meines Daunenschlafsackes mit einem Komfortbereich bis -7°C oft Kalte Füße. Generell neige ich zu kalten Füßen, aber kalte Füße sind halt kalt!
Im Schlafsack fühle ich mich pudelwohl und lasse teilweise den Zipper zur Lüftung offen wenn es zu warm ist – nur die Füße wollen all zu oft nicht warm werden und ich komme einfach nicht in den Schlaf.
So ging es mir früher oft und ich schätze mal, daß es vielen Kaltfüßler(rinne)n ebenso ergeht. Da mir ein zweites oder gar drittes Paar Socken übereinander gezogen auch keine Abhilfe schafften, da diese zu eng an den Füßen anlagen und keinen Raum für eine isolierende und wärmende Luftschicht ließen, habe ich nach einer leichten Alternative gesucht. Quasi ein paar locker sitzende, gut isolierende Bettsocken für die Übergangszeit mit keinem all zu großen Packmaß und geringem Gewicht. Eine unempfindliche Isolations-Füllung mit geringer Anfälligkeit gegen Feuchtigkeit waren mir ebenfalls sehr wichtig und daraus resultierend stand somit eine Kunstfaserfüllung fest.

 

 

Integral Designs Hot socks

Ziemlich schnell bin ich auf die Hot Socks von dem kanadischen Hersteller Integral Designs gestoßen. Das war im Herbst 2009, seitdem mich die Hot Socks regelmäßig auf meinen Touren begleiten.

Das Obermaterial der Hot Socks ist sehr leichtes, aber trotzdem haltbares Pertex® Microlight. Ich habe in gut sechs Jahren der Nutzung noch keine Abnutzung feststellen oder versehentliche Beschädigung ausmachen können.

Die „Achillessehne“ und der Bund bestehen aus verstärktem Stretch-Fleece. Dadurch wird beim liegen auf oder im Schlafsack das übermäßige Rutschen dieser glatten Stoffe aufeinander vermieden. Eine gut funktionierende Lösung wie ich finde.

Bis auf geringes Peeling habe ich über die Jahre meiner Nutzung kaum eine Veränderung oder Abnutzung am Fleece feststellen können. Der Bund hat sich nur geringfügig geweidet und schließt immer noch gut an der Fußfessel ab. Ich habe Schuhgröße 44 und die Hot Socks in Größe Large paßen mit perfekt mit etwas Luft.

Der Sohlen -und Fersenbereich besteht aus stabilem und abriebfesterem 500D Cordura®. Daher kann man mit den Hot Socks auch mal problemlos ein paar Meter auf losem Untergrund, einer feuchtem Wiese oder Laub im Wald gehen, ohne Bedenken über die Haltbarkeit der Sohle oder durchdringende Feuchtigkeit haben zu müßen.

Bei nächtlichen Toilettengängen habe ich die Hot Socks immer an gelassen. Sei es bei einer regnerischen Nacht mit feuchtem Laub, auf sandigem Untergrund oder im Winter auf verschneiter Fläche. Vor dem Einstieg in den Schlafsack, einfach den Schmutz von der feuchten Sohle mit den Händen abklopfen und fertig. Die Nähte sind nicht versiegelt, wozu es auch keinen Grund gibt. Das Material nimmt in der Kürze kaum Feuchtigkeit auf und das bisschen Schmutz an der Sohle und den Nähten ist somit zu vernachlässigen. Das geringe Schmutzüberbleibsel hat mich nie gestört. Die Füße bleiben immer schön warm, worum es (mir) ja vorrangig geht.

Der Innenschuh besteht, incl. Sohlenbereich, ebenfalls aus Pertex® Microlight. Der „Achillessehnen“-Bereich und Bund, bestehen adäquat zum Außenbereich, ebenfalls aus Stretch-Fleece.

Dazwischen sitzt die 4oz (110g/m²) Primaloft® Sport Isolierung, um welche die Hot Socks konstruiert sind. Der Loft beträgt lt. Herstellerangabe 1/2″ (~127mm), was auch in der Praxis hin kommt. Mehr gibt es zur Isolation von den Zahlenwerten her kaum zu sagen.

 

Unterm Strich

Die Integral Designs Hot Socks haben mir schon sehr oft auf Tour zu warmen Füßen verholfen. Sie bestehen aus einem hautfreundlichen Außen -und Innenmaterial mit Fleece-Bündchen. Die Sohle ist robust genug um sich auch mal, ohne schlechtes Gewissen, ein paar Meter um das Biwak bewegen zu können. Die Primaloft® Sport Isolierung ist unter den Primaloft® Varianten etwas stabiler und benötigt daher nicht so viele Stütznähte zur Stabilisierung des Loftes, weshalb sich die Hot Socks sehr softig anfühlen. Dadurch liefert Primaloft® Sport vergleichsweise zwar etwas geringere Wärmewerte, ist aber im Gegenzug stabiler und etwas leichter. Zudem besitzen die speziell behandelten und ultrafein verwebten Fasern eine wasserabstoßende Struktur, was zur Minimierung der Feuchtigkeitsaufnahme äußerst dienlich ist. Ich kann mich jedenfalls nicht an feuchte Füße entsinnen.

Das sind alles Zahlenwerte, aber letztendlich zählt die Funktion des Produktes. Die Hot Socks sind tatsächlich – wenn auch etwas überzogen – Heiße Socken. Sie haben meine Füße in kalten Nächten oft warm gehalten und mir einen erholsamen Schlaf beschert.
 
ABER: Und hier liegt der Fokus auf warm gehalten, denn solche Biwak-Socken im allgemeinen – ob Kunstfaser oder Daunenfüllung spielt dabei eine untergeordnete Rolle – speichern und halten die körpereigene Wärme. Sie sind keine „Heizung“ oder produzieren Wärme in irgend einer Weise! Dafür muß man schon selbst sorgen. Wenn man mit kalten Füßen in die Biwak-Schuhe einsteigt, bleiben die Füße erst mal kalt bis sie wieder besser durchbluten.
 
So wird vom Körper genügend Eigenwärme produziert, welche die Hot Socks speichern, die Füße langsam erwärmen und dann auch warm halten. Da ich selbst im Sommer zu kalten Füßen neige, habe ich auch schon Nächte erlebt, in welchen ich mit kalten Füßen in die Socks eingestiegen bin, die Füße einfach nicht durchbluten und warm werden wollten. Nur mit Mühe, langem Füße reiben und bewegen habe ich meine Füße halbwegs zum Durchbluten ermutigt. Daher ist es absolut empfehlenswert, bei zu kalten Füßen einfach ein paar Minuten auf der Stelle zu springen oder zu tänzeln. Dadurch werden die Füße ausreichend durchblutet, schneller warm und bleiben es in den Hot Socks auch. Damit fahre ich bisher ziemlich gut. Bestenfalls steigt man schon mit warmen Füßen in die Socken 🙂
 
Tja und unterm Strich sind die Integral Designs Hot Socks meine stetigen Begleiter auf Touren außerhalb des Hochsommers. Sie sind am Abend quasi die Belohnung für die fleißigen Füße als Wärmespeicher mit hohem Kuschelfaktor.
 
Die Verarbeitung ist hervorragend. Alle Nähte sind gerade und gleichmäßig ausgeführt, es gab keine losen Nähte und die Haltbarkeit der Materialien mit der sehr guten Verarbeitung geben keinen mir keinen Grund irgendetwas zu beanstanden.
 

Mit 135g in Large und einer Größe von 15x7cm im Packsack (7g) nehmen sie kaum Platz im Rucksack weg. Wenn der Platz zu knapp werden sollte, könnte man die Hot Socks auch problemlos in einen kleineren Packsack bekommen, wozu ich aber nie einen Grund sah. Im Original-Packsack sind sie fluffig verpackt und lassen sich so gut als Lückenfüller im Rucksack nutzen, ohne unangenehm am Rücken zu drücken. Auf Grund der gebotenen Leistung würde ich die Hot Socks noch als ultraleicht bezeichnen. Ich hatte meine ID Hot Socks damals bei sackundpack.de bestellt und 36€ bezahlt, was sich rückblickend absolut gelohnt hat.

Ich möchte die Fußschmeichler nicht mehr missen und kann sie absolut empfehlen, wenn gleich sie nur noch im Ausland zu beziehen sind 😎



Integral Designs gibt es leider nicht mehr, aber selbiges Sockenkonzept wurde zuvor vom britischen Hersteller Rab übernommen, bei welchem die Hot Socks mit leicht geändertem Design und effizienterer PrimaLoft® Silver Isolierung erhältlich sind. Dafür muß man leider auf die robuste Cordura-Sohle verzichten.


Von | 2017-12-06T19:36:53+00:00 15 Januar 2016|0 Kommentare

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