Kovea Supalite Titanium Stove im Test – ein ultraleichter Gaskocher nur für die kleine Tour? 

Kovea Supalite Titanium Stove mit Aufbewahrungsbeutel

Nun ist es doch schon wieder zweieinhalb Jahre her, als ich mir den Kovea Supalite Titanium Stove bei Massdrop bestellte und neben dem Funktionsprinzip dieser Plattform auch meinen ersten Eindruck des ultraleichten Titanlings kurz angeschnitten hatte. Genug Zeit also um ihn über alle Jahreszeiten zu testen. Wie vorgesehen habe ich den Stove ausschließlich auf Tagestouren für einen schnelles Käffchen an einer schönen Location oder der Waldmahlzeit in möglicher Abgeschiedenheit und Ruhe zum abschalten genutzt. Meine Erfahrungen und die gemessenen Werte dazu gibts nun nachfolgend in meinem Testbericht.

 

Kovea Supalite Titanium Stove

Haptiund Zahlen out of the box 

Kovea Supalite Titanium Stove original Verpackung

Wie erwähnt hatte ich den Kovea Supalite Titanium Stove bei Massdrop in den USA für 36,97€ (40,69 USD) gekauft. Nach drei Wochen klingelte dann der Postmann und hat mir nochmal 5,85€ Zollgebühren abgeknöpft, aber vergleichsweise war das feine Titanteil mit insgesamt 42,82€ immer noch recht günstig. Sofort ausgepackt lagen neben dem Stove noch ein Aufbewahrungsbeutelchen, Typenschild und eine kleine Bedienungsanleitung bei.

 

Kovea Supalite Titanium Stove

Aber nun zur Haptik und den Zahlen. Was mir beim ersten zugreifen angenehm auffiel, war neben dem edlen Titan-Finish, die saubere Verarbeitung. Der Stove fühlte sich sofort wertig und vor allem leicht an. Wie vom Hersteller angegeben, wiegt der Kovea Suparlite tatsächlich 60g und 11g nochmal das Beutelchen.

 

Kovea Supalite Titanium Stove Topfauflage eingeklappt     Kovea Supalite Titanium Stove Topfauflage ausgeklappt

Die Standfläche des Stove läßt sich über das Ausklappen der einzelnen Topfauflagen (jew. 17mm) vergrößern, welche auch einen größeren Topf bis 2 Liter aufnehmen können. Die robuste Bauart stemmt das Gewicht ohne Probleme. So ergeben sich mit eingeklappten Topfauflagen die Maße von 90mm und ausgeklappt 124mm im Durchmesser.

 

Kovea Supalite Titanium Stove Draufsicht

Die Topfauflage über dem Ventil ist dabei starr mit der Brennereinheit verbunden, währenddessen die anderen beiden seitlich aufgeklappt die gesamte Topfauflage in Sternform ergeben, wenn man mal das Logo einer nicht ganz unbekannten Automarke zu Grunde legt :mrgreen:

 

Kovea Supalite Titanium Stove Größe

Zusammengefaltet beträgt die Größe 70 x 65 x 33mm womit der Stove so fast komplett in meiner mindestens mittelgroßen Handwerkerhand verschwindet.

 

Kovea Supalite Titanium Stove Ventil     Kovea Supalite Titanium Stove Anschluss mit Gewinde

Das Ventil läßt sich mittels aufgeklappten Bügel über ca. 1,5 Umdrehungen komplett öffnen und dosiert bedienen. Dabei konnte ich etwas Spiel der Passung des Ventiles im Stove feststellen. Die Achse sitzt hingegen formschlüßig im Ventil und läßt sich sehr soft drehen. Da das Ventil aus Messing und der Stove aus Titan gefertigt sind, war meine erste Vermutung, daß dieses Spiel vom Hersteller gewollt ist weil sich die Materialien bei Hitze unterschiedlich ausdehnen, was sich aber nicht bestätigte. Wiederum hat das Ventil bei kompletter Öffnung kein Spiel mehr. Ob das so sein muß oder nicht, weiß wohl nur der Kovea, aber der Funkion und Bedienbarkeit war es zumindest nicht abträglich. Zum Schluß bleibt noch der sauber geschnittene Gewindeanschluß zu erwähnen worüber sich der Stove leicht auf eine Gaskartusche drehen läßt, über die Dichtung verlustfrei abdichtet und satt sitzt. 

 

Handhabung in der Praxis

Kovea Supalite Titanium Stove Vorbereitung Waldmahlzeit

Auspacken, ausklappen, aufschrauben, aufdrehen, anzünden – ab gehts! Das unkomplizierte Handling macht die Nutzung von Gaskochern so unkompliziert, weswegen diese Kocherart auch sehr beliebt ist. 

 

Kovea Supalite Titanium Stove Waldmahlzeit in Trangia Pfanne Non-Stick 15cm

So ist in kurzer Zeit auch mal was Handfestes in einer kleinen Pfanne zubereitet. Selbst über den vermeintlich geringen Spielraum des Ventils über anderthalb Umdrehungen läßt sich der Stove fein regulieren, wobei er bis zum Anschlag aufgedreht schon etwas faucht und ein wenig überpaced. Ein Stück zurück gedreht wird er nicht nur etwas leiser ohne an Leistung zu verlieren und verbraucht gefühlt auch weniger. Insgesamt lassen sich über die definierte Regulierung auch sensibles Bratgut anbrutzeln ohne eben zu verbrutzeln, wie diese Bratkartoffel-Steinpilzpfanne mit Eiei 😎

 

Kovea Supalite Titanium Stove mit Trangia Pfanne Non-Stick 15cm

Und da ich schon mal bei der Pfanne bin, gleich mal die Ansicht von unten. Die hier benutze Trangia Mini Non-stick Pfanne mit ihren 15cm Durchmesser harmoniert auf dem Stove und ausgeklappten Topfauflagen quasi perfekt.

 

Kovea Supalite Titanium Stove Flammbild unter MSR Titan Kettle 900ml mit Edelrid 100g Gaskartusche

Kovea Supalite Titanium Stove mit Optimus Gaskartusche 100g, Evernew Ti Solo Cup 400ml mit CFK-Deckel von Ruta Locura     Kovea Supalite Titanium Stove mit Optimus Gaskartusche 100g, MSR Titan Kettle 900ml

Ok, aber am meisten waren dann doch die 400er Evernew Tasse für das Käffchen oder nen Tee und der 900er MSR Kettle Topf für eine Suppe oder ne ordentliche Nudelpotrion im Einsatz. Hierbei geht es ja mehr ums Wasser erhitzen oder köcheln lassen, als die punktuelle Hitzezufuhr um ein Anbrennen z.B. zu vermeiden. Bei der 400er Evernew Tasse hätte ich die Topfauflagen auch einklappen können, habe diese aber zum Vergleich ausgeklappt gelassen. Mit aufgesetztem 900er MSR Kettle Topf ginge es wohl auch noch, doch mit ausgklappten Auflagen steht er schon sicherer.

 

Kovea Supalite Titanium Stove mit Evernew Ti Solo Cup 400 ml

Hmm und dann bin ich schon bei den Topfauflagen oder besser den Verlängerungen. Diese sind sehr leichtgängig. Ohne jeden Widerstand ist mir immer wieder mal eine beim Umstellen des Kochers auf eine ebene Fläche oder beim Topf -auf oder absetzen eingeklappt. Vielleicht liegt das auch an meinem fragwürdigem Handling, aber einen festeren Sitz der Verlängerungen habe ich mir schon einige Male gewünscht. Warum die Teile so locker sitzen sehe ich nur darin begründet, sie noch im heißen Zustand einfach mit dem Messer oder Löffel aufzuklappen, wenn man die Topfgröße wechseln möchte und mehr Aufstandsfläche benötigt, aber den wahren Grund kennt hier wohl wieder mal nur Kovea…

 

Kovea Supalite Titanium Stove mit Optimus Gaskartusche 100g, Evernew Ti Solo Cup 400ml mit CFK-Deckel von Ruta Locura und ultralight Ultra-thin Titanium Windschutz     Kovea Supalite Titanium Stove mit Optimus Gaskartusche 100g, MSR Titan Kettle 900ml und ultralight Ultra-thin Titanium Windschutz

Bisher war der Stove immer ohne Windschutz zu sehen. Richtig, aber das auch nicht ohne Grund wozu ich nachfolgend noch etwas genauer eingehe. Grundsätzlich sollte man immer einen Windschutz nutzen um die Effizienz des Stove zu maximieren und gleichzeitig den Verbrauch zu minimieren. Klar. 

 

Kovea Supalite Titanium Stove mit Edelrid 100g Gaskartusche

Der Pferdefuß bei so einem direkt aufgeschraubten Stove war für mich neben der Höhe des gesamten Konstrukts, einen ebenfalls hohen Windschutz verwenden zu müßen um das Gas möglich wirtschaftlich einzusetzen. Das hatte mich als zeitweiliger UL-Trekker, mit dem Anspruch die gesamte UL-Küche im Topf unter bringen zu können, immer gestört. Um mal herauszufinden ob ich mir den Windschutz wirklich sparen kann, habe ich den Kovea Suparlite Titanium Stove an möglichst windgeschützten Stellen und manchmal auch einfach auf der Wiese aufgestellt, wenn es mir windstill vor kam oder auch mal vor einer Schneedecke im Winter. Parallel habe ich bei meinen Tests natürlich auch einen Windschutz benutzt um Vergleichswerte für die Kochzeiten und dem Verbrauch zu ermitteln.

 

Kochzeiten und Verbrauch

Kovea Supalite Titanium Stove mit Edelrid 100g Gaskartusche und Evernew Ti Solo Cup 400 ml mit CFK-Deckel von Ruta Locura im Schnee

Die Vergleichstests habe ich über alle vier Jahreszeiten durchgeführt. Verwendet wurden dafür nacheinander der Evernew Ti Solo Cup 400 ml mit CFK-Deckel von Ruta Locura (Lid #2) und 250ml, sowie der MSR Titan Kettle 900ml und dazugehörigem Deckel mit 500ml befüllt. Das Wasser hatte dabei Rucksacktemperatur, wurde also bei Jahreszeit üblichen Temperaturen teilweise mehrere Stunden im Rucksack getragen oder mit dem Bike durch die Gegend gefahren. Das Ganze jeweils mit und ohne Windschutz. Dabei wurde das Ventil kurz komplett geöffnet und dann, wie zuvor schon erwähnt, knapp eine viertel Umdrehung zurück gedreht. Sobald das Wasser zu sprudeln begann, wurde die Zeit gestoppt und der Verbrauch abgewogen. Verwendet habe ich normales Gas aus 100g Kartuschen von Optimus und Edelrid, also kein spezielles Wintergas. 

So und um das alles besser vergleichen zu können habe ich die Meßwerte mal in zwei Tabellen gepackt. Für den direkten Vergleich sollten die Zahlen von Sommer und Winter ausreichen. Da ich weder bei großer Hitze noch klirrender Kälte draußen unterwegs bin, habe ich die Messungen im Sommer bei einer Außentemperatur von ca. 28°C und im Winter von -4°C durchgeführt. Die Meßwerte in den schönsten Jahreszeiten Frühling und Herbst liegen erwartungsgemäß irgendwo dazwischen. 

 


Sommer Füllmenge Kochzeit Verbrauch
  ohne Windschutz mit Windschutz ohne Windschutz mit Windschutz
Evernew Ti Solo Cup 400  250ml 1:55min 1:22min  6g  7g
MSR Titan Kettle 900  500ml 2:50min 2:32min  8g  9g

 


Winter Füllmenge Kochzeit Verbrauch
  ohne Windschutz mit Windschutz ohne Windschutz mit Windschutz
Evernew Ti Solo Cup 400  250ml 2:38min 2:25min  6g  6g
MSR Titan Kettle 900  500ml 4:43min 3:36min 11g 10g

 

Was sofort auffällt ist der nah beieinander liegende Verbrauch mit und ohne Windschutz bei Windstille. Dabei habe ich die Messungen zum Teil mehrmals durchgeführt, weil ich es gar nicht so recht glauben konnte und bin immer wieder auf solche Werte gekommen. Wie ersichtlich habe ich im Winter bei ebenfalls absoluter Windstille mit dem Evernew Ti Solo Cup 400 ml den gleichen Verbrauch wie im Sommer gemessen. Allerdings war es dabei wirklich absolut windstill und die 13cm hohe Schneedecke hat zusätzlich etwas Schutz geboten. Ein krasses Gegenbeispiel ist eine andere Zeitmessung im Winter mit dem Evernew Ti Solo Cup 400 ml ohne Windschutz und etwas Wind. Bei 9:52min sind gerade mal ein paar kleine Bläschen im Wasser aufgestiegen – das Ermitteln des Verbrauches habe ich mir dann auch erspart. Das zeigt ganz deutlich, warum der Windschutz essentiell ist und man sich keineswegs auf ein windgeschütztes Plätzchen verlassen sollte, was ja sowieso klar sein müßte. Der Vergleich mit und ohne Windschutz diente somit einzig meiner Neugier.

 

Kovea Supalite Titanium Stove Waldmahlzeit mit Optimus Gaskartusche 100g und Evernew Ti Solo Cup 400 ml mit CFK-Deckel von Ruta Locura

 

Unterm Strich

Der Kovea Supalite Titanium Stove hat seinen Job als Gaskocher, um outdoors Wasser für eine schnelle Mahlzeit zu erhitzen, prima erfüllt. Über die feine Regulierung des Ventils ist neben dem scharfen Anbraten genauso ein dosiertes Köcheln für aufwendigere Outdoormahlzeiten möglich. Egal welches Behältnis man dafür auf dem Stove nutzt – ein Windschutz ist dabei Pflicht!

Dieser sollte allerdings etwas höher ausfallen, was durch die Höhe der Gaskartusche mit aufgeschraubten Stove unumgänglich ist. Das er deswegen nicht zwangsläufig schwer sein muß, zeigt mein verwendeter 15g Windschutz aus 0,03mm Titaniumfolie in 19cm Höhe. Praktischer Weise kann man darin den, nicht nur bei mir sehr beliebten, 22cm langen Esbit Titanlöffel (gibt es auch von anderen Herstellern) quasi System integriert transportieren.

Bauart bedingt ergibt sich durch die Position eines solch direkt auf der Gaskartusche aufgeschraubten Gaskochers eine größere Arbeitshöhe, was nicht nur die gesamten Kochereinheit auf unebenem Boden ohne zusätzlichen Dreibeinständer etwas kippelig, sondern eben auch einen hohen Windschutz notwendig macht. Wenn man nicht den Anspruch besitzt, unter UL-Aspekten die gesamte Küche System integriert im Topf oder der Tasse unterzubringen (was ja in der 400er Evernew Tasse mit dem benötigten Windschutz sowieso nicht möglich ist), erhält man mit dem Kovea Supalite Titanium Stove einen leichten und unkomplizierten Gaskocher in edlem Titangewand. 

Nun könnte ich die leichtgängigen Verlängerungen der Topfauflagen oder das geringe Spiel am Ventil monieren. Ersteres stört mich tatsächlich bei meinem Handling ein wenig und letzteres nicht wirklich, da das Ventil bisher dicht blieb und bei der Regulierung im Betrieb davon kaum was zu spüren war. Möglicher Weise ist das auch so vom Hersteller vorgesehen.  

Eines bleibt allerdings allen Gaskochern in ihrer Funktion gemein: Der schwer abzuschätzende Inhalt in der Gaskartusche. Wenn man den Verbrauch vorher nicht genau ermittelt hat und während der Tour die Kochvorgänge mit zählt, kann man den Inhalt nur noch schätzen (oder an der nachlassenden Leistung erahnen) und hoffen das das Gas noch für eine Mahlzeit reicht um dann eine Kartusche nachzukaufen. Zum einen ist das immer ein bisschen wie Lotto spielen, denn Ventilschraubkartuschen sind nicht überall erhältlich und wenn man zum anderen noch Wert auf kleines Packmaß legt die 100g Variante erst recht nicht. Also bleibt auf Touren mit größerem Verbrauch nur die Mitnahme einer zweiten Gaskartusche, was den Gewichtsvorteil des Titanlings wieder schmelzen läßt. Bei Flüssigbrennstoff betriebenen Kochern hingegen ist der Verbrauch deutlicher ersichtlich und die Restmenge wesentlich genauer abzuschätzen. Zudem können Flüssigbrennstoffe wie Spiritus oder Benzin nahezu überall in Drogerien oder an Tankstellen nachgekauft werden. Auch ein Grund, warum ich doch bevorzugt mit solchen Kochern unterwegs bin, aber vielleicht habe ich mich über die Jahre auch schon zu sehr daran gewöhnt und da mir auf das Quäntchen mehr Geschwindigkeit bei meinen Mahlzeiten nicht wichtig ist, komme ich sehr gut damit zurecht.

Wen die erwähnten Einschränkungen nach meiner Einschätzung nicht stören, erhält mit dem Kovea Supalite Titanium Stove einen leichten und edlen Titan-Kocher, welcher für nicht all zu lange Touren ohne, aber genauso gut auf langen Touren mit absehbaren Gasnachschub funktioniert, bei Tagestouren sowieso und gerade solchen im Winter, wo er durch sein unkompliziertes Handling und die flotte Arbeitsgeschwindigkeit schnell etwas Warmes für Leib und Seele garantiert.

Von | 2018-04-16T10:38:40+00:00 1 März 2018|0 Kommentare

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