Rennsteig Halbmarathon 2016 – Jubiläumslauf zum Zehnjährigen

Ansich sollte es in meinem Blog vornehmlich um das Thema Bike & Co gehen, aber da es diese Jahr nicht nur mein Bike-Jubiläum zu feiern gibt, paßt ein weiteres Jubiläum in puncto Sport ganz gut hier rein. Aber lest doch selbst…
GutsMuts Rennsteig Halbmarathon – die große Welle der Läufer ist schon in Bewegung und wir schwappen entspannt hinterher. So könnte man es am besten beschreiben, denn der Genuß sollte bei dem Lauf im Vordergrund stehen. Zumindest für mich. Ok, aber wie kam es dazu?
Vor einigen Jahren hatte ich schon mal den Halbmarathon und im darauf folgendem Jahr den Marathon auf dem Rennsteig absolviert. Damals war ich sehr gut vorbereitet, absolut fit und konnte beide Läufe total genießen. Allerdings fand ich damals – vor acht Jahren – die enormen Menschenmengen und die vollen Trails, zumindest beim Halbmarathon, recht anstrengend. Bei anderen Marathonveranstaltungen empfand ich es wesentlich entspannter, was wohl auch an der Popularität des GutsMuts-Rennsteiglaufes in Thüringen liegt. Nuja, ich hatte damals quasi in die Marathon-Welt rein geschnuppert, aber ziemlich schnell festgestellt, daß solche „Massenabfertigungen“ nichts für mich sind. Zudem haben mir meine Knick-Senk-Spreizfüße, wie auch die Knie immer mehr Probleme bereitet, daß ich mein Laufpensum stark einschränken mußte und meine Fitness darunter litt. Leider. Alter, Überlastung, sportliche Neuorientierung, Midlifecrisis? So genau kann ich es nicht definieren, aber wahrscheinlich eine bunte Mischung aus allem…
Natürlich habe ich das Laufen nie aufgegeben. Irgendwie geht das auch
nicht. Die Glücksmomente dabei sind einfach zu schön, welche die
Tiefpunkte immer wieder kompensieren und für Entspannung und Sortierung im Kopf sogen. Jeder Läufer kennt dieses Feeling
und kann wohl sehr gut nachvollziehen, was ich meine.
Aber warum jetzt doch wieder der Rennsteiglauf?
Mein Freund und langjähriger Laufpartner Frank hatte mich vor ziemlich genau Zehn Jahren mit dem Laufvirus infiziert. Zuvor waren wir ebenfalls schon Zehn Jahre mit dem Mountainbike auf gemeinsamen Touren unterwegs. Er machte mir quasi den Mund wässrig und so hatte ich mir 2006 kurzentschlossen ein paar Laufschuhe im Laufladen Erfurt gekauft. Am nächsten Tag standen wir schon in den Startlöchern und hatten unseren ersten gemeinsamen Lauf mit 13 Kilometern absolviert. Tja, ich war sofort angefixt! Bis heute laufen wir gemeinsam unsere regelmäßigen Runden und haben an diversen Laufveranstaltungen teil genommen.

 

2016 scheint mein Jubiläumsjahr zu sein. Zumindest in sportlicher Hinsicht. Vor Zwanzig Jahren hatte mich der Mountainbike-Virus infiziert und vor Zehn Jahren eben das Laufen.
Grund genug zu dem Anlaß doch mal wieder an einer Laufveranstaltung teil zu nehmen. Frank und ich hatten bei unseren regelmäßigen Läufen immer wieder über einen „Jubiläumslauf“ sinniert. Was läge also näher dem Rennsteig erneut einen laufenden Besuch abzustatten – auch wenn es nur der Halbmarathon sei?
Um uns die Entscheidung abzunehmen, hatte sich Frank kurzer Hand zum Rennsteig Halbmarathon angemeldet. Somit war ich im Zugzwang und meine Anmeldung stand kurz darauf ebenfalls. War ja total einfach – jetzt nur noch laufen ;-  )
GutsMuts-Rennsteig Halbmarathon am 21.05.2016 – CHECK!
Es blieb also noch ein wenig Zeit um uns halbwegs für die 21,1 Kilometer fit zu machen. Ich zumindest, denn Frank war mir in puncto Tempo definitiv schon ein großes Stück voraus. Naja. Unsere regelmäßig gemeinsamen Läufe und die Solorunden nach Gusto mußten reichen. Ich hatte nie Zweifel daran, einen Halbmarathon noch mal zu laufen, aber die wie ich über die Distance komme und in wie weit meine Füße dabei mitmachen, blieb natürlich offen. Was solls: Anmeldung bedeutet auch Laufen!
Im letzten Jahr hatte Frank in seiner Funktion als Bauleiter bei seinem Brötchengeber Bauer Bauunternehmen Walschleben eine Laufgruppe ins Leben gerufen, da diese ebenfalls den Rennsteig Staffellauf bestreitet und so ein gemeinsames Training forciert werden kann.
So lag für es mich relativ nahe, in die Laufgruppe mit einzusteigen, was auch
problemlos möglich war. Stark!
Schon am Vortag hatte Frank in Oberhof sämtliche Starterpakete abgeholt um die Zeit vor dem Start etwas zu entspannen. Postbeutel beladen wartete er kurz vor Sechs schon aufgeregt im Garten. Gleichzeitig stand ein Kleinbus samt Fahrer, von seinem Brötchengeber für die An -und Abreise gesponsert, vor dem Haus bereit. Also nur noch einsteigen und los ging es schon.

 

Ein paar Minuten später waren wir schon auf der Autobahn. Bis Oberhof sind es gerade mal 60 Kilometer. Die Stimmung war gut und alle noch besser drauf. So soll es doch sein, gelle.
Noch „schnell“ durch den Rennsteigtunnel und schon waren wir fast in Oberhof. Bis zum Ortseingang standen wir wie eigentlich zu erwarten im Stau. In Oberhof angekommen wurde schon fleißig um und weitergeleitet. Eine bunte Promenadenmischung aus freiwilligen Helfern, freundlichen Helfern und Läufern. Nuja, wir brauchten ja keinen Dauerparklatz. Die Meute mußte einfach nur abgesetzt werden um sich für den Lauf fertig zu machen und gut.

 

Gesagt, getan. Nun mußten wir aber auch los. Es war schon weit nach Sieben und bis zum Start war es noch ein Stückchen.
Es war noch recht frisch, aber die Sonne hatte ihre Existenz schon angekündigt. Egal. Noch mal die Schnürung der Schuhe gecheckt und schon waren wir unterwegs. Auf die Zeit hatte wohl niemand von uns wirklich geachtet. Was solls, es waren ja noch viele Läufer unterwegs und bis zu unserem Start 7:48Uhr wird schon noch genug Zeit sein…

 

Nach einem kurzen, aber notwendigen, Abstecher zu den Sanitären Anlagen ging es über den Marktplatz Richtung Ortsausgang zum Startbereich. Dabei haben wir uns allerdings verloren, aber eigentlich brauchte man ja nur den Läuferstrom zu folgen um zum Start zu gelangen. In beide Richtungen war guter Betrieb, was mich ein wenig verwunderte. Ok, aber nun konnte es nicht mehr weit sein.

 

Zweifix stand ich auch schon am Block 8, von welchem wir aus starten sollten. Ja genau – der letzte Block. Warum genau wir diesem (letzten) Block zugeteilt wurden, konnten wir auch nicht so recht nachvollziehen.

 

Kurz vor knapp hatte ich im Startbereich den Anschluß zur Laufgruppe wieder gefunden. Noch schnell ein Foto vor dem gemeinsamen Jubiläumslauf und schon setzte sich das Feld in Bewegung. Perfektes Timing quasi. Los gehts!

 

Wie man am rechts oben erkennen kann, hat Frank gleich ordentlich los gelegt. Für ihn stand eine Zeit von unter Zwei Stunden definitiv fest. Wir hatten es nicht so eilig und ich bin erst mal ein paar Kilometer mit den vier Jungs der Laufgruppe geschwommen.

 

Als es von der Straße auf die Waldwege ging, wurde mir ziemlich schnell wieder bewußt, warum ich eigentlich an solchen Massenveranstaltungen nicht mehr teilnehmen wollte. Es war nur schwer möglich, neben den Wegen zu überholen, was im letzten Starterblock nun mal nicht ausbleibt. Die ständige Konzentration darauf, dem Vordermann nicht auf die Hacken zu treten, war wirklich anstrengend und nervig!

 

Bis zum ersten Verpflegungspunkt an der Sommerwiese bei Kilometer 4,6 hatte sich daran auch nichts geändert. Unsere Gruppe hatte sich unterdessen schon fast aufgelößt und jeder sein Tempo gefunden oder eben das Tempo der Masse mitziehen müssen. Ich habe nur ein Wasser getrunken und versucht dem Stau in dem Bereich zu entgehen. Naja. Zumindest hat die Sonne immer mehr gestrahlt und die Temperaturen wurden immer angenehmer.
Nun ging es mit ordentlicher Steigung dem höchsten Punkt mit 974hm am Großen Beerberg-Gipfel entgegen. Hier mußte ich mich ein wenig zurück nehmen um nicht zu über pacen. Trotzdem verbrachte ich deinen Großteil auf dem Abschnitt beim Überholen wieder neben dem Weg. Es war stetige Konzentration angesagt und bei ansteigendem Puls ein halbwegs ruckelfreies Foto mit dem Smartphone hinzubekommen war fast aussichtslos. Daher habe ich es aus den Grund gleich mal gelassen. Beim Uphill gibt es halt andere Prioritäten. Entgegen beim Downhill Richtung Schmücke war das nach der Erholungsphase schon wieder drin.

Das die ausgeschilderten Strecken teilweise viel zu unter dimensioniert waren, konnte man auf solchen Abschnitten immer wieder feststellen. Kurzum wurde auf der Straße gelaufen, was ich auch für die bessere Alternative hielt.

 

Am Verpflegungspunkt Schmücke bei Kilometer 12 wurde es wieder recht eng und es ging hektisch zu. Ich fühlte mich zunehmend immer besser, aber der Anstieg zum Großen Beerberg hat doch einiges an Energie gekostet und vor allem durstig gemacht. Eine Cola und ein Wasser zum nach spülen sollten reichen. Weiter ging es!

 

Ok, die Halbzeit war nun schon gut überschritten und es ging quasi „nur“ noch bergab. Nur noch für Rennsteigverhältnisse eben. Die Strecke führte mal wieder auf einem viel zu schmalen und sehr verwurzelten Trail neben der Straße entlang. Wie zu erwarten wurde mehr die Straße von den Läufern frequentiert.

 

Nun lichtete sich das Feld ein wenig und die Wege wurden auch wieder breiter. Hin und wieder sah ich einen Läufer aus unserer Gruppe, wir überholten uns im Wechsel. Jeder war eben mit sich selbst beschäftigt und lief sein Tempo. Wobei ich durch mein Foto geknipse wohl das Schlußlicht abgeben sollte. Das störte mich keineswegs, da ich den Lauf genießen wollte, was bisher auch anstandslos klappte. Nicht so viel nachdenken – einfach laufen und die Natur genießen…
Es lief wirklich gut. Ich konnte sogar noch etwas an Tempo zu legen. Mein Puls blieb flach und ich weiterhin entspannt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Irgendwie hat alles gestimmt. So bin ich im Handumdrehen bei Kilometer 16,5 am dritten Verpflegungspunkt Kreuzwege eingelaufen. Hier war es gar nicht mehr so voll und jeder schien sich nur noch schnell für die letzten Kilometer ein Getränk mitzunehmen. Selbiges habe ich auch getan. Zack, Wasser rein und weiter ging es.

 

Bis zum Ziel in Schmiedefeld waren es nicht mal mehr 5 Kilometer. Ich war verdammt gut drauf und hab mein Tempo nochmal angezogen. Natürlich sind die Anfeuerungsrufe der Besucher an der Strecke auch ein wenig motivierend. Logo.

 

Noch geschwind durch das letzte Waldstück und die Geräuschkulisse des Zieleinlaufes war nicht mehr zu überhören. Mit einem Lächeln und großer Freude auf eine Bratwurst bin ich dem Ziel entgegen gelaufen – ich hatte nämlich schlagartig auf den letzten Kilometern ordentlich Hunger bekommen ;- )

 

Joah, nochmal in die Linse grinsen und ab durchs Ziel! War letztendlich total easy, mein Puls immer noch recht flach, ich relativ entspannt und mein Lächeln hielt noch lange an. CHECK!

 

Unsere Laufgruppe hatte sich ziemlich schnell wieder zusammen gefunden. Frank war – wie zu erwarten – als Erster von uns mit 1,46h und ich als Letzter mit 2,09h durchs Ziel gelaufen. Der Rest unserer Gruppe hat sich irgendwo dazwischen einsortiert.

 

 

Im Zielbereich kamen nun auch die Läufer der Marathon-Distanz an. Dementsprechend viel Trubel herrschte überall. Nach kurzer Erfrischung mit Kaltgetränken und Halbmarathon-Resume-Smalltalk hatten wir beschlossen das „Schlachtfeld“ zu verlassen, da wir alle unsere Abrisskarten für ein Freiessen von den Startnummern abgetrennt hatten – Grandioser Einfall!!! Wie es nicht anders sein sollte, hatte auch niemand Geld dabei. Somit blieb nur noch der Weg zum Bus, wo auch immer unser Fahrer diesen in Schmiedefeld geparkt hat.

 

Ich bin noch geblieben um meinen geliehenen Chip anzugeben und meine Finisher-Urkunde abzuholen. Das ich über die Rückgabe des Chip plötzlich Bares zur Verfügung haben sollte, ist mir erst dabei klar geworden. Nuja, nun waren die Jungs schon auf dem Weg zum Bus, aber ich habe mit trotzdem noch meine Bratwurst und jede Menge flüssige Energy for free einverleibt :-  )
Nach dem Halbmarathon – alles in Butter! Unser Jubiläumslauf zum Zehnjährigen hätte nicht besser verlaufen können – gute Wahl!!!
Kurz darauf war Frank wieder zurück. Die Jungs wollten sich den Trubel nicht nochmal antun und hatten es sich schon bei einer Gaststätte im Ort und Busnähe gemütlich gemacht. Kurzum sind wir dazu gestoßen, haben noch eine angenehme Zeit mit Läufergesprächen verbracht und waren genauso schnell mit den Kleinbus wieder zurück in Erfurt. Komfortabler geht es wohl kaum. Vielen Dank!
Unterm Strich:
Der diesjährige Teilnehmerrekord beim GutsMuts Rennsteiglauf mit über 16000 Anmeldungen hat mir ziemlich schnell wieder bewußt gemacht, warum ich solche Massenveranstaltungen meiden wollte. Ok, unser Zehnjähriges Laufjubiläum konnte aber nicht einfach so mit einem Standard-Lauf abgetan werden. Daher bot sich der Rennsteig selbstredend an, da wir dort nicht nur laufend Erfahrungen gesammelt hatten, sondern auch mit dem Mountainbike oft unterwegs waren. Ein Heimspiel quasi!
Durch unseren regelmäßigen Läufe war die Grundkondition stets vorhanden – mal mehr, mal weniger. Wobei sich der Altersunterschied von Zehn Jahren zwischen Frank und mir in den letzten Jahren immer mehr offenbart hatte, meine ich. Auf Grund meiner Fuß -und Knieproblematik konnte ich keine größeren Distanzen mehr laufen,  mußte mich stark zurück nehmen und mehr aufs Rad ausweichen. Tja und dann rennt der „junge Bursche“ halt davon, was sich in seiner Halbmarathon Gesamtzeit wieder gespiegelt hat. Er wollte unter Zwei Stunden laufen und hat es locker geschafft. Für mich hatte die Zeit keine Gewichtung und ich wollte den Lauf einfach genießen. Die Halbmarathon Distanz bin ich an guten Tagen auch schon mal im Training gelaufen. Die Strecke ansich war nie ein Thema, aber wie ich über die Strecke komme, sehr wohl. Daher wollte ich mir keinen Streß machen um eine bestimmte Zeit zu erreichen. Das stand von vorn herein fest. Allerdings: Wenn ich jetzt mal darüber resümiere, wieviel Zeit ich für die ganzen Fotos „verbraucht“ habe, wäre eine Zeit unter zwei Stunden in Greifweite gewesen. Vielleicht ein anderes Mal, wer weiß…
Am Ende waren nicht nur Frank und ich, sondern auch alle Jungs der Laufgruppe durchweg mit ihrer Leistung zufrieden. Darum geht es doch und so sollte es sein! Das Wetter hat sich zudem noch von der besten Seite mit jeder Menge Sonnenschein gezeigt. Der Transfair zur und von der Laufstrecke war völlig unkompliziert. Insgesamt ein gelungener Tag mit zufriedenen Menschen und lange währendem Lächeln :-  )
Mehr Bilder gibt es wie immer in der Galerie: >>> KLICK <<<
Von | 2017-11-26T20:53:53+00:00 22 Mai 2016|0 Kommentare

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