Salsa Vaya Custom Bike 3.0 – Umbau zum Bikepacking Tourer

Salsa Vaya Bikepacking Tourer 27.5 Zoll in MTB Optik

Wenn man es nicht wüßte, würde man auf dem ersten Blick wohl kaum glauben, daß es im Grunde immer noch ein Salsa Vaya ist. Nicht wahr?! 

Wie der ehr untypische Mix von Antriebs-Komponenten bei meinen bisherigen Umbauten, läßt dieser Aufbau in MTB-Optik auch nicht sofort darauf schließen. Einerseits gewollt, anderer seits das Ergebnis meiner Präferenzen, aber in der Summe genau so wie ich es mir vorgestellt habe. 

 

Mit dem dritten Anlauf alles im grünen Bereich

Den richtigen Farbton endlich gefunden!

Salsa Vaya Bikepacking Tourer 27.5 Zoll in MTB Optik

Auch diesmal fällt das neue Finish mit dem frischen Grün sofort ins Auge. Genau genommen handelt es sich um den Farbton Tattered Turf. Ursprünglich wollte ich das Vaya 2.0 schon in diesem Grün pulvern lassen, habe mich aber letztendlich doch für den Blau-Silber Mix entschieden. Am Ende sahen die Farben am Rahmen nicht so brillant wie auf der Website aus. Gerade das glitzernde Blau (Star Blue) erinnerte mich ehr an das einer Werkzeugkiste und das Silber (Petwer Bronze) war irgendwie auch nicht das Gelbe vom Ei. Ein Versuch eben, aber letztendlich ein Kompromiss mit welchem ich mich am Ende nicht wirklich anfreunden konnte.

Da für den Winter sowieso eine komplette Neukonzeptionierung des Vaya mit einigen Umbauten an Rahmen und Gabel auf dem Plan stand, war auch eine Pulverbeschichtung fällig und das Finish in fluffigem Grün bot sich quasi an.

Diesmal habe ich das Rahmenset bei HEFI Pulverbeschichtung in Thörey entlacken, strahlen und beschichten lassen. In dem Zuge sollte das Vaya noch ein Dekor unter Pulver bekommen wobei ich die genaue Positionierung lieber ich selbst übernehmen wollte. Mit gerade mal 20 km Anfahrt von Erfurt aus war das auch fix erledigt. Und diesmal ist der Farbton der Website mit dem des gepulverten Rahmen nahezu identisch – quasi genau so wie ich es mir vorgestellt habe. Check!

Soviel erst mal zur Farbe, aber nun gehts zur Hardware und neben dem Cockpit habe ich ins Vaya mal wieder eine neue Gabel implantiert, mit welcher ich gleich mal anfange.

 

Segmentgabel mit 3 Bolt Mounts in MTB-Optik 

Salsa Vaya Velo Orange Piolet Fork mit 3 Bolt Mount

Tatsächlich, es ist nun schon die dritte Gabel im Vaya und diesmal eine Velo Orange Piolet Fork geworden. Die Mountainbike-Optik der Achtziger, als Federgabeln noch als unnötiger Schnickschnack galten, hat es mir schon immer angetan. Damals wie heute waren Segmentgabeln keine Massenware, aber vereinzelt an Mountainbikes immer wieder mal zu sehen. Das kantige Design der Gabel läßt das Bike insgesamt etwas massiver wirken, was es am Ende auch ist. Einerseits habe ich mir oft etwas mehr Rückmeldung beim Bremsen und gleichzeitig eine höhere Stabilität bei voll beladener Bikepackingfuhre gewünscht. Letzteres steht noch aus, aber die Rückmeldung beim Bremsen auf meinen ersten Fahrten ist über die massivere Bauweise der Segmentgabel schon deutlich spürbar. Das darunter der Komfort etwas leidet liegt in der Natur der Sache, was sich aber über breitere Reifen ganz gut kompensieren läßt, wozu ich im Kapitel Laufräder eingehe. 

Wie schon bei meinem letzten Umbau erwähnt, sind Stahlgabeln mit 3 Bolt Mounts für 28 Zoll schlichtweg nicht erhältlich, weswegen ich auch die Surly Straggler Gabel umbauen lies. Eine Segmentgabel für 28 Zoll mit diesen Features gist schon gar nicht einzeln erhältlich. Natürlich kann man sich so eine Gabel bauen lassen, aber neben der langen Wartezeit haben die hohen Kosten nicht in mein Gesamtbudget gepaßt. Die Piolet Fork hingegen brachte all das mit, was ich mir so vorstellte, aber leider gab es die Gabel nur in 26 und 29 Zoll. Das half mir auch nicht weiter und wenn sie dann mal im Velo Orange Shop verfügbar war, ist sie nach kurzer Zeit auch schon wieder vergriffen gewesen. So oder so kam die Gabel leider nicht in Frage…

 

Salsa Vaya Velo Orange Piolet Fork Gabelbrücke

Nunja. Bei genauerem Hinschauen auf die Geometriemaße der Piolet Fork in 26 Zoll und im Abgleich der zuvor eingebauten Surly Straggler Gabel hat sich die gleiche Einbauhöhe herausgestellt. Allerdings ist der Nachlauf etwas größer was bedeutete, daß die Gabel schon mal von der Höhe her paßt, sich aber eventuell etwas träge in Kurven verhalten könnte und schlimmsten falls bei höheren Geschwindigkeiten flattert. Ob die Laufräder im Durchmesser mit ausreichend Reifenfreiheit zur Gabelbrücke paßen war auch noch unklar. Maße abgleichen ist das eine, aber wie alles miteinander harmoniert, weiß man oft erst wenn es zusammengesteckt ist. Tja und wie es der Zufall wollte habe ich eine 26er Piolet Fork bei einem Berliner Online-Shop gefunden. Also zweifix bestellt und am Ende stellte sich dabei heraus, daß es tatsächlich die letzte verfügbare Velo Orange Piolet Fork dort und vermutlich auch hierzulande war. 

Die Laufräder hatte ich vorsorglich schon von einem Freund aufbauen lassen. Mit den voluminöseren Reifen haben sie tatsächlich wunderbar harmoniert und sich geschmeidig in den Rahmen und vor allem die Piolet Fork integrieren lassen. Die Gabel war somit gebongt!

 

Salsa Vaya Velo Orange Piolet Fork Durchlaß für die Kabelführung und entfernen der Schutzblechösen - Umbau von Meerglas Rahmenbau

Bis auf den fehlenden Durchlaß für die Kabelführung vom Nabendynamo hoch zum Steuerrohr gab es ansich nichts mehr zu optimieren. Da der Rahmen sowieso zum Rahmenbauer mußte, konnte er das bei der Gelegenheit gleich mit schöner Lochverstärkung erledigen und dabei noch die Gewindeösen zur Schutzblechmontage entfernen. Paradox bei den ganzen Gewindeösen an Rahmen und Gabel, aber ich mag die Teile einfach nicht!

 

Rahmenumbau auf 3 Bolt Mount & CrMo-Schaltauge 

Salsa Vaya Sitzstreben mit 3 Bolt Mounts

Eine Sache ging mir bei meinen Touren immer wieder durch den Kopf: Warum werden die 3 Bolt Mounts bei Bikepacking orientierten Bikes nicht an den Sitzstreben verbaut um das Gewicht gleichmäßiger verteilen zu können? Nichts läge doch näher wie diesen Platz am Heck für Packsäcke sinnvoll zu nutzen – quasi den Six-PackPanniers Stil von Touring-Bikes reduziert aufs Bikepacking übertragen. Für mich lag das so nahe das selbst mal umzusetzen / lassen. 

 

Salsa Vaya Sitzstreben mit 3 Bolt Mounts

Also einfach die Anything Cages per Kabelbinder an die Sitzstreben gezurrt, mit 5L Packsäcken beladen und so lange zurecht gerückt, bis weder Fersen beim Pedalerien noch Oberschenkel mit durchgestreckten Beinen Kontakt haben und schon standen die Positionen für die Gewindehülsen fest. Total easy!

 

Salsa Vaya Flaschenhalter am Unterrohr Upgrade auf 3 Bolt Mount

Bei der Gelegenheit hat der Flaschenhalter am Unterrohr gleich noch ein Upgrade auf den 3 Bolt Mount erhalten. Schaden kanns ja nicht und optional einen zusätzlichen Anything Cage anbringen zu können wollte ich mir damit offen halten.

 

Salsa Vaya CrMo Schaltauge - Umbau von Meerglas Rahmenbau

Dann war ja noch die Sache mit dem Schaltauge. Das Salsa so ein labiles Teil, wie das 275er Alu-Wechselschaltauge verbaut ist mir ein Rätsel. Schon als ich den Rahmen wenig gebraucht gekauft habe, war das Schaltauge trotz geringer Nutzung abgebrochen und das nicht ohne Grund. Es ist nun mal nicht auszuschließen, daß das angelehnte Bike auf unebenen Untergrund oder abschüßigen Wegen nicht immer stehen bleibt und umfällt. Passiert halt. Quasi jedes Mal wenn das Bike auf die Antriebsseite fiel, war das Schaltauge verbogen und ich mußte es neu ausrichten. Selbst wenn ich es auf Bikepacking-Tour mal mit etwas Schwung abgelegt habe, kam das vor. Ein Ersatzschaltauge hatte ich zwar immer dabei, aber unter Umständen kann so ein essentielles Teil auch schnell mal die Tour beenden. Alles schon erlebt. Auf den Streß hatte ich keinen Bock mehr und das Vaya hat zur Abrundung vom Rahmenbauer noch ein modifiziertes CrMo-Schaltauge spendiert bekommen.

 

Salsa Vaya Heck mit 3 Bolt Mount an den Sitzstreben - Umbau von Meerglas Rahmenbau

Auch diesmal habe ich sämtliche Arbeiten an Gabel und Rahmen wieder von Meerglas Rahmenbau ausführen lassen. Wie auch beim letzten Mal hat Tom alles genau und sauber nach meinen Vorstellungen umgesetzt. Chapeau!

 

3 Bolt Mounts mit Anything Cages und Packsäcken

Salsa Vaya und Velo Orange Piolet Fork mit Anything Cages an 3 Bolt Mounts

Salsa Vaya Heck mit 3 Bolt Mount, Anything Cage an den Sitzstreben     Salsa Vaya Heck mit 3 Bolt Mount, Anything Cage und an den Sitzstreben

So war das gedacht. Als wäre es von Haus aus schon vorgesehen die Anything Cages so am Vaya zu nutzen. 

 

Salsa Vaya und Velo Orange Piolet Fork mit Anything Cages und Alpkit Airlok Xtra 5L an 3 Bolt Mounts

Salsa Vaya Heck mit 3 Bolt Mount, Anything Cage und Alpkit Airlok Xtra 5L an den Sitzstreben     Salsa Vaya Ansicht von vorn mit 3 Bolt Mount, Anything Cage und Alpkit Airlok Xtra 5L an den Sitzstreben

Mit aufgesatteltem 5L Packsäcken am Heck wird schon deutlicher wie ich mir das vorgestellt habe. Bei der Probefahrt hats nirgends geschliffen und Hackenfreiheit hatte ich auch genug. Punktlandung!

 

Salsa Vaya Frontansicht Velo Orange Piolet Fork mit Anything Cages und Alpkit Airlok Xtra 5L an 3 Bolt Mounts

Salsa Vaya Cockpit Fahrersicht auf Velo Orange Piolet Fork mit Anything Cages und Alpkit Airlok Xtra 5L an 3 Bolt Mounts

An der Gabel wirken die ovalen 5L Packsäcke schon etwas wuchtiger und sitzen recht hoch, wodurch der Lenkeinschlag begrenzt wird. Nicht optimal, aber noch im fahrbaren Bereich. Über kleinere Packsäcke könnte man die Freigängigkeit etwas erhöhen oder statt dessen Trinkflaschen montieren. Das schwebt mir eigentlich vor, aber schön zu wissen über die 3 Bolt Mounts diverse Optionen zu haben. Na mal sehen…

 

Cockpit in MTB-Manier für mehr Komfort

Salsa Vaya Cockpit mit Procraft Pro 780 Low Riser MTB-Lenker, Ergon GP4 Griffe und Salsa Guide Vorbau

Neben neuem Finish, Gabel und Rahmenmodifikationen ist der Cockpitumbau für mich eine der wichtigsten Änderungen. Nachdem ich nun schon vier verschiedene Dropbars in größt möglicher Breite von 46cm mit unterschiedlichem Reach und Drop ausprobiert habe, die horizontale Position mehrmals verändert und die STI’s auch einige Male neu positionierte, hatte all das eines gemein: Meine Hände sind nach wenigen Kilometern immer wieder eingeschlafen. Dagegen half meist nur kurz der Griff in die Hörner, worauf die Rückmeldung meines Rücken nicht lange auf sich warten lies und ein neuer Positionswechsel zum Oberlenker anstand. Das im stetigen Wechsel, was mir ein angenehmes Fahren nicht mehr ermöglichte. Dazu kam noch die für meinen Komfortanspruch viel zu schmale Lenkerposition, bei welcher ich mich immer irgendwie eingezwängt fühlte. Ich hatte zwar noch die Hoffnung mich über die Zeit damit zu arrangieren, aber wahrscheinlich bin ich schon zu lange mit MTB-Lenkern unterwegs und habe mich an die komfortable Lenkerbreite -und Haltung auf dem Bike gewöhnt. Nach den Experimenten mit den Dropbars war der Wechsel auf mein alt bewährtes MTB/Reiserad-Cockpit nur die logische Konsequenz und stand somit ganz klar fest!

 

Salsa Vaya Cockpit mit Procraft Pro 780 Low Riser MTB-Lenker, Ergon GP4 Griffe, Salsa Guide Vorbau, Shimano XT Bremse und Schaltern

MTB-Lenker mit möglichst wenig Backsweep und Rise fahre ich seit eh her, da sie mir eine komfortable Haltung bieten. Der Procraft Pro 780 Low Riser ist einer der wenigen mit solchen Winkeln und auf von 63 cm gekürzt ergibt das meine bevorzugte Wohlfühl-Standardbreite 🙂

 

Salsa Vaya Cockpit mit Salsa Guide Vorbau

Beim Vorbau hat sich bis auf die Länge nichts geändert. Es ist wieder ein steifer Salsa Guide mit +25° geworden. Durch die aufrechtere Sitzposition ist er diesmal mit 130 mm 120 mm etwas länger ausgefallen (horizontal gemessen nur 105 mm), aber gleichzeitig sind ein paar Spacer durch die größer Gesamthöhe des Vorbaus weggefallen. Die richtige Sitzposition zu finden ist sowieso so eine Sache und ich habe viel herum probiert bis es gepaßt hat. Und drehen tut sich das Ganze auf dem bewährtem Chris King Steuersatz. Das Teil wird seinem guten Ruf bisher durch die funktionelle Unauffälligkeit absolut gerecht. Hatte ich auch irgendwie nicht anders erwartet.   

 

Salsa Vaya Cockpit mit Ergon GP4 Barends

Die schicken SGS3-S Griffe mit den sehr ergonomisch zu greifenden Barends, wie ich sie an meinem Fully fahre, hat  Ergon leider nicht mehr im Sortiment. Als Alternative kamen nur die Ergon GP4 in Frage. Die Griffform im Urdesign der Ergons, aber die Barends in der Form der SGS3-S und somit gewohnt schön für mich auch über längere Zeit zu greifen. Gerade bei Anstiegen läßt sich prima daran ziehen und so effizienter Druck aufs Pedal bringen. Paßt für mich perfekt!

 

Antrieb in unüblicher Kombination & Bremsen mit Power

Salsa Vaya Antrieb Shimano XT, Sugino XD2 Kurbel, TA Specialites Zephyr/Zelito Road Kettenblättern

Beim Antrieb lief es wieder mal auf ein Experiment heraus. Mit dem MTB-Lenker war auch eine neue Schaltkulisse notwendig. Obwohl ich anfangs mit den STI’s am Dropbar meine Probleme hatte und auf Shimano derzeit nicht so gut zu sprechen war, haben sämtliche Shimano-Parts in meiner Nutzung trotzdem über Jahrzehnte meist gut funktioniert. Also kurz besonnen und die bewährten XT-Parts waren wieder am Start. 

 

Salsa Vaya Antrieb Shimano 105 Umwerfer, XT Pedale, Sugino XD2 Kurbel, TA Specialites Zephyr/Zelito Road Kettenblättern

Mit der Sugino XD2 3-fach Kurbel, den TA Specialites Zephyr/Zelito Road Kettenblättern und F110 Kettenblattschutz auf dem Shimano BB-UN55 Innenlager dreht sich quasi alles wie vorher. Nicht ganz…

Eines was mir beim vorherigen Antrieb mit 24-42 Zähnen an der Kurbel und 11-32er Kassette an Übersetzungsbandbeite immer ein wenig fehlte, war bei Rückenwind auf der Geraden oder leichtem Gefälle noch mittreten zu können, aber bei allem was über die 40 kmh hinaus ging war das nur noch mit energischem Nähmaschinen Tritt drin.

Also mußte ein größeres Blatt auf die Kurbel, aber die Gesamtkapazität wäre dann mit 20 Zähnen zu groß und selbst mit einem dreifach Umwerfer nicht zu wuppen. Das kleine Blatt mußte daher auch etwas mitwachsen. Am Ende habe ich mich für ein 44er mit paßendem Kettenschutzring und 30er Blatt entschieden. Das konnte dann auch wieder ein 2-fach Umwerfer schalten und meinen 105er vom ersten Antrieb des Vaya hatte ich ja noch liegen.

Die XT Schalter schieben das lange SGS Schaltwerk aus der M8000er Serie fluffig durch die Gänge und legen die Kette unerwartet knackig auf das richtige Ritzel. Nur der Umwerfer braucht etwas mehr Druck am Hebel. Mein Komponentenmix ist halt so nicht vorgesehen, aber es funktioniert und nach einigen hundert Kilometern hat sich das Ganze immer besser eingespielt. Bei den Schaltzügen -und Hüllen schwöre ich nach wie vor auf Jagwire.  

 

Salsa Vaya Antrieb Shimano XT RD-M8000-SGS Schaltwerk und CS-M8000 11-40 11-fach Kassette

Für 11-fach Antriebe sind leider nur noch kleinere Blätter auf der Kurbel vorgesehen und gleichzeitig wuchs die Zähnezahl der großen Ritzel auf den Kassetten. Auch wenn ich das optisch ziemlich daneben finde, haben diese Kassetten mit den riesen Ritzeln und bis zu 50 Zähnen bei 1×11 Antrieben an Enduro oder All-Mountain-Bikes ihre Berechtigung. Bei Touren-Bikes hingegen mit größeren Kettenblättern für eine höhere Reisegeschwindigkeit ist die Auslegung von 1×11 einfach nicht vorgesehen.

 

Ritzelrechner - Entfaltung Antrieb Shimano Ultegra 28" vs. XT 27.5"

Entfaltung Shimano Ultegra 28″ (oben) vs. XT 27.5″ (unten)

Die 11-fach XT Kassette mit der geringsten Zähnezahl beim großen Ritzel hat eine 11-40er Abstufung und die isses dann geworden. Das hat wiederum dazu geführt, daß ich vorne ein größeres Blatt verbauen konnte und auch das gewachsene kleine Blatt in Kombi mit dem 40er Ritzel auf der Kassette die gleichen Reserven bei steilen Anstiegen bietet wie zuvor. Die gesamte Entfaltung hat sich sogar noch etwas erhöht und nun sind auch mal fuffzig Sachen drin ohne mir einen abzustrampeln 😎

 

Salsa Vaya Antrieb Shimano XT PD-M8020 SPD Pedal an Sugino XD2 Kurbel

Und da ich gerade beim treten bin – nen Paar neue Pedale gabs auch noch. Meine anfängliche Begeisterung über die Shimano PD-A600 Rennradpedale hatte sich leider ziemlich schnell gelegt. Die Pedale wollten sich einfach von nicht von selbst in vertikaler Position arretieren wie ich es von anderen Pedalen kannte. Was zur Folge hatte, daß ich oft beim Einstig abgerutscht bin und mir nicht nur einmal die Teile vors Schienenbein geschleudert habe. Das geht so nicht! Bei der Gelegenheit habe ich auch ins XT-Regal gegriffen und die PD-M8020 mit beidseitigem SPD-System verbaut. Jetzt klappts auch wieder mit dem blinden Einstieg ohne Aua.   

 

Salsa Vaya Shimano XT Scheibenbremse Vorderrad BR-M8000 und DT Swiss RWS Schnellspanner     Salsa Vaya Shimano XT Scheibenbremse Hinterrrad BR-M8000 und DT Swiss RWS Schnellspanner

Shimano XT Scheibenbremsen fahre ich schon sehr lange an meinem Fully und bin von der Power und Dosierbarkeit wirklich angetan. Mit der aktuellen BR-M8000 hat sich das auch nicht geändert und die Teile lassen für mich, selbst mit den 160er Bremsscheiben am Vaya, keine Wünsche offen und waren von Anfang auf der Einkaufsliste.

 

Laufrad Downsizing für Stabilität & Bereifung mit Komfort

Salsa Vaya Laufräder DT Swiss H 522 - 27.5" und DT Swiss Competition Speichen

Etwas mehr Steifigkeit in den 28″ Laufrädern habe habe ich mir auf Bikepacking-Touren einige Male gewünscht. Obwohl ich mit den TK 450 Felgen recht zufrieden war, fehlte mir in manchen Situationen das Quäntchen mehr an Stabilität, was durch meine grobe Gangart auch mal nen kleinen Achter zur Folge hatte.

Geringerer Durchmesser, höhere Steifigkeit, 27.5 Zoll. Ganz einfach. Paßende Felgen waren mit den DT Swiss H 522 schnell gefunden. Neben dem geringeren Durchmesser sollte die größere Breite der Felgen mit 30 mm nochmal etwas mehr Steifigkeit generieren. 

 

Salsa Vaya Laufräder Bereifung Schwalbe Marathon Mondial Evolution Faltreifen - 27,5x2,00 Zoll

Um nicht zu viel an Bodenfreiheit zu verlieren und in etwa auf den Gesamtdurchmesser der 28″ Laufräder zu kommen, mußten und sollten breitere Reifen mit mehr Höhe drauf. Einerseits für mehr Komfort und andererseits mit Langstreckenqualitäten in puncto Laufruhe, Grip und Haltbarkeit. Eben so ein Reifen wie es der legendäre Schwalbe Marathon mal war. Den gibt es leider nicht mehr. Leider! Wie ich es in der Vergangenheit schon mal erwähnte, waren meine Erfahrungen mit dem Nachfolger Marathon Mondial Evolution mehr schlecht als recht und ich wollte mich eigentlich nicht mehr mit den Qualitätsschwankungen von Schwalbe herum ärgern. 

Gerne hätte ich mal die neuen Kenda Kwick Drumlin in 2.25 Breite ausprobiert, die allerdings mit weit über einem Kilo ganz schöne Klopper und bisher sowieso nicht lieferbar sind. Auch die Continental Travel Contact wären ne feine Sache, aber leider gibt es sie nicht für 27.5″ und etwas mehr Breite für zusätzlichen Komfort würden den Schlappen auch stehen, wie ich finde. Das gilt übrigens auch für die Schwalbe Marathon Mondial Evolution, die es aus Alternativlosigkeit zum Schluß geworden sind. Vielleicht hat sich Schwalbe etwas besonnen und die Seitenwände der Reifen lösen sich nicht schon auf den ersten 500 Kilometern auf, aber das sieht bis jetzt ganz gut aus. Der Rundlauf ist zumindest bei einem der beiden Reifen im grünen Bereich. Alles weitere wird sich zeigen, wenn die Reifen mit Last am Bike in ihrem Metier bewegt werden.

 

Salsa Vaya Laufräder Hinterrad mit Hope Pro 2 EVO Disc Nabe

Salsa Vaya Velo Orange Piolet Fork mit Schmidt SON 28 Nabendynamo und neuem SON-Koax-Adapter     Salsa Vaya Velo Orange Piolet Fork mit Schmidt SON 28 Nabendynamo und neuem SON-Koax-Adapter

Der Rest bleibt quasi beim alten. DT Swiss Competition Speichen, Pro Lock Nippel, Hope Pro 2 EVO Disc Nabe, Schmidt SON 28 Disc Nabendynamo und DT Swiss RWS MTB Schnellspanner. Alles bewährt, funktionell und haltbar. Ne kleine Neuerung gibt es allerdings – den neuen SON Koax-Adapter. 2017 auf der Eurobike vorgestellt und Anfang 2018 endlich lieferbar. Darauf hat wohl jeder mit nem SON im Bike gewartet. Das Gezerre an den Kabelschuhen mit schmerzenden Fingern beim Radausbau hat damit nun ein Ende. Der Adapter bleibt dauerhaft am Nabendynamo und den Stecker kann b.B. ganz einfach abgezogen werden. Das man auf sowas nicht selbst kommt 😉

 

Zum Abschluß noch etwas Personalisierung

Salsa Vaya Oberrohr Logo Quasi Out

Wahrscheinlich ist es auf einigen Bildern zuvor nicht ganz unentdeckt geblieben. Mit dem vermutlich letztem Umbau wollte ich das Vaya noch etwas personalisieren und dafür bot sich mein Logo quasi von selbst an. Das schwirrte mir auch die letzten Male schon im Kopf herum, aber den Aufwand hatte ich immer etwas gescheut. Wie anfangs schon erwähnt auch der Grund dafür, mich diesmal für einen Beschichter in der Nähe zu entscheiden um die Logos selbst aufbringen und richtig platzieren zu können, bevor die zweite Schicht Klarpulver drüber kommt. Soll ja lange halten. Dafür war der Dekordruck auf Hochtemperaturbeständige Folie unumgänglich, welche nicht unbedingt geläufig bei allen Druckereien ist und die Auswahl auf ein Minimum reduziert. Die Jungs von City Druck Erfurt hingegen haben selbige Folie im Programm und mit neuster Digitaldrucktechnik war es bis zu den fertigen Logos quasi nur ne Fingerübung.

Es gibt natürlich auch Firmen wie Rockenstein oder Götz Pulverbeschichtung, die sich auf die Beschichtung von Bikes mit Erstellung von Dekoren spezialisiert haben. Dabei sollte man sich aber gerade über die Wintermonate mit einer langen Wartezeit arrangieren, auf die richtige Platzierung des Dekors hoffen und bei den aufgerufenen Preisen versuchen nicht aus den Latschen zu kippen. 

Für mich alles nicht richtig greifbar und auch zu happig. Mit dem Pulverbeschichter in der Nähe und der Druckerei vor Ort hatte ich alles selbst in der Hand und konnte meine Vorstellungen direkt und persönlich mit der ausführenden Person besprechen. Für mich eine runde Sache zu moderaten Preisen und etwas local support schadet ja generell nicht. 

 

Salsa Vaya Logo

 

Unterm Strich

Vom Graveller zum Bikepacking Tourer! Für mich wurde die Tourentauglichkeit des Vaya über die Jahre immer wichtiger. Das Gravel-Ding war von Anfang an ein Experiment mit großer Neugier auf diese Dropbar Bikes mit breiteren Reifen, aber gleichzeitig ein Selbstversuch mit offenem Ausgang. Anfangs noch euphorisiert vom Graveln, hat mich die Sitzposition auf dem Hörnerbike immer wieder an meine Grenzen gebracht, was sich auch mit diversen Modifikationen nicht ändern lies. Zudem sind solche Pisten hierzulande rar gesät und beschränken sich meist auf Forstwege. 

Also zurück zu den Wurzeln. Mit dem Umbau zum Bikepacking Tourer schlage ich die Brücke zu einem Touren tauglichen Bike für mich mit bewährter Sitzposition, stabilen Laufrädern mit breiten Reifen für meinen Komfortanspruch und über die zahlreichen 3 Bolt Mounts kann ich auch etwas mehr Ausrüstung am Bike verteilen um trotzdem noch im Bikepacking-Stil unterwegs zu sein.

Über die Jahre wurden durchdachte Detaillösungen an Bikes für mich immer interessanter. Ein gutes Beispiel dafür ist das Fern Chuck. So wie auch meine Gedanken darum kreisten die Sitzstreben für die Ausrüstung beim Bikepacking mehr zu integrieren, haben die Berliner Rahmenbauer auf eine andere Art und Weise gezeigt, wie man den Platz am Bike sinnvoll reduziert und dabei noch außerordentlich elegant nutzen kann. Auch das noch recht junge Trek 1120 geht hier gerade mit dem Gepäcktransport an der Gabel eigene Wege. Unabhängig von der Lenkerform, Laufradgröße und Art das Gepäck am Bike zu befestigen, ist es doch die Idee Details am Bike benutzerfreundlicher zu konstruieren, auch wenn sie auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich scheinen, sich nicht unbedingt in das angesagte Design einfügen und für Verkaufszahlen sorgen. Letztendlich zählt doch der komfortable Bikeralltag und nicht zuletzt bei Bikepackingtouren ein einfacheres Handling mit Bike und Gepäck, was mich letzten Endes auch zu meinem Umbau bewegte. 

Die Planung eines solchen Umbaus ist erst mal sehr theoretisch und mit einigen Fragezeichen bzgl. des reibungslosem Zusammenspieles aller Komponenten behaftet. Das Bike muß durchweg funktionieren. Punkt. 

Auf meinen ersten Probefahrten waren naturgemäß noch einige Einstellungen nötig, womit sich sukzessive meine Bedenken verflüchtigten und das Vaya 3.0 nun genau nach meinen Vorstellungen funktioniert. Einzig die Bodenfreiheit ist durch die 27.5″ Laufräder nun knapp 2 cm geringer. Das war mir von vorn herein klar und damit muß ich halt leben. Beim mittreten in provoziert starker Kurvenschräglage blieb ein Pedalaufsetzer auch nicht aus. Ist halt so und auch nur Gewohnheitssache in solchen Kurven nicht mit zu treten, wie man sich daran gewöhnt hat beim schalten den Druck von den Pedalen zu nehmen. Natürlich geht damit auch ein Stück Geländegängigkeit flöten, aber für gröberes Geläuf hatte ich das Vaya nie vorgesehen, denn dafür habe ich ja schließlich mein Fully :mrgreen:

Wie sich das Vaya letztendlich im Dauerbetrieb als Bikepacking Tourer schlägt wird mein diesjähriges #QUASIFARPACKING2018 zeigen, aber hierbei habe ich ein ziemlich gutes Gefühl.

Von | 2018-04-10T19:22:18+00:00 1 April 2018|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. RW 6. April 2018 um 9:21 Uhr - Antworten

    Hallo Matthias! Ich verfolge deinen Blog nun schon eine Weile und finde die Weiterentwicklung deines Rades sehr interessant. Danke für Post. Vieles deckt sich mit meinen aktuellen Vorstellungen. Kann man sich das auch mal Live anschauen? Grüße aus Jena

    • Matthias 6. April 2018 um 14:10 Uhr - Antworten

      Hey Ronny,
      also ein stiller Beobachter – offensichtlich bin ich mit meinen Gedanken nicht allein =)

      Schön das du etwas davon mitnehmen konntest, aber direktes begrabbeln ist natürlich noch mal was anderes. Klar kannst du dir das Bike auch direkt vor Ort anschauen. Schreib mir dazu doch einfach mal über mein Kontaktformular. Danke!

      Bis demnächst vielleicht und Grüße aus Erfurt,
      Matthias

Hinterlassen Sie einen Kommentar

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen