Salsa Vaya Custom Gravelbike 2.0 – neues Finish, Custom Gabel und Tuning der Gesamtperformance

 

Salsa Vaya – Neues Jahr, neuer Auftritt!

 

Winterzeit ist Tuningzeit! Zumindest läßt mir die kalte Jahreszeit viel Raum für das Überdenken und die Umsetzung von Projekten an meinen Bikes. Mein Salsa Vaya hatte während und nach dem ersten halben Jahr unter meinen Fittichen schon einige kleine Tuningmaßnahmen erhalten. Bedeutet aber nicht, daß diese Teile so performen wie gewünscht, auch wenn ich derzeit der Meinung war, daß alles so funzt wie es soll. Zu verbessern gibt es immer irgend etwas. 

Ganz klar und nicht zu übersehen ist das neue Finish. Anders, zweifarbig, dezent, aber edel. So mein Gedanken bei der Farbwahl des Pulvers. Besser wie vorher? Anders definitv.
 
Bei der Gelegenheit habe ich dem Vaya gleich noch eine neue Gabel spendiert um das Stempeln der originalen Gabel beim Bremsen in den Griff zu bekommen. Aber nicht nur das und da ich schon mal dabei war; die Gabel hat gleich noch eine extra Bikepacking-Tunigmaßnahme erhalten. Ok, soviel erst mal vorab zum einstimmen und nun geht es ins Detail.

 

 

Mit Sicherheit nicht die letzten Optimierungen

 Das neue Finish

Finish in zwei Farbtönen

 

Beim Betrachten des neuen Vaya ist das neue Finish wohl das augenscheinlichste. Hier stand für mich von Anfang an schon fest, daß ich das Transluzenz Candy Pur Pur nur eine Saison am Vaya fahren werde. Da im Winter meine Bikes sowieso weniger bewegt werden und ich zum Ausgleich mehr laufen gehe, konnte ich so auch mal einen Monat auf mein Vaya verzichten bis der Rahmenkit vom Beschichten zurück war.

 

Star Blue an Petwer Bronze III

 

Nach einer Saison der unumgänglichen Auffälligkeit mit dem Vaya wollte ich zur Abwechslung nun mehr Understatement mit gedeckteren Farben. Gedeckte Farben bedeutet auch, daß das Finish in meinen Plänen aus zwei Farbtönen bestehen sollte, welche miteinander harmonieren. Understatement definitiv, aber einfach eine Farbton über das komplette Rahmenkit war mir dann doch zu langweilig. Kurzum; am Ende ist eine Kombination aus Star Blue (Blau mit Glitter) und Petwer Bronze III  (Grau-Silber) dabei heraus gekommen. Gestrahlt und beschichtet wurde das Rahmenkit wieder bei Pulverbeschichtung Jürgen Schmieder in Heidenau (Sachsen). Hier hat sich erneut deren langjährige Erfahrung bei der sorgsamen Beschichtung von Fahrradrahmen gezeigt. Gerade die Farbübergänge bei einer Pulverbeschichtung sauber umzusetzen ist immer etwas tricky, was dem Junior durchaus sauber nach meinen Vorgaben gelungen ist. Hierbei sollte das Blau und Grau diagonal über eine gedachte Linie den Rahmen bis hin zur Gabel abtrennen. Bis auf den diagonalen Übergang an der Gabel, war das auch problemlos möglich. Die diagonale Linienführung war dabei nicht so einfach umsetzbar und warum ist anhand der Bilder eigentlich schon ganz klar zu erkennen – tja und somit bin ich schon beim aufwändigsten Umbau am Vaya – der Gabel!

 

Neue Gabel mit 3 Bolt Mounts und extra Flaschenhalter

Viele Schrauben!

 

Dem aufmerksamen Leser ist es sicher nicht entgangen, daß im Steuerrohr des Vaya eine neue Gabel sitzt. Richtig!

Nachdem ich das Stempeln beim Anbremsen im Gelände mit der originalen Salsa Gabel nicht in den Griff bekommen habe, wie ich schon in meinem Salsa Vaya Résumé nach einem halben Jahr berichtete, blieb mir letztendlich nur der Tausch gegen eine andere und hoffentlich steifere Gabel. Stahlgabeln gibt es mittlerer Weile wie Sand am Meer. Das Angebot ist wirklich groß, geht aber für 28 Zöller mit meiner benötigten Einbauhöhe quasi gegen Null. Die Kosten für eine Full Custom Gabel wollte ich mir erst mal ersparen, denn Handarbeit kostet eben – zurecht, aber das sollte erst meine letzte Option sein.

 

Surly Straggler Gabel im Originalzustand

 

Somit bin ich letztendlich bei der Surly Straggler Disc Gabel gelandet. Eigentlich die einzige Gabel , welche mit den Maßen der VayaGabel konform ging. Nebenher hat mir die gemuffte Bauweise mit der leicht klassischen Gabelkrone ähnlich der LC27 Crown und den gefälligen Ausfallenden – ebenfalls gemufft – doch sehr zugesagt. Die abgewinkelten Standrohre bringen in solchen Rohr-Durchmessern immer noch etwas mehr Stabilität, wie die geraden Standrohre der originalen Gabel. Alles Gründe mich für die Surly Straggler Gabel zu entscheiden. Abgesehen von der mageren Auswahl an 28″ Gabeln mit den Einbaumaßen für mein Vaya, gibt es selbige mit 3 Bolt Mounts für einen Salsa Anything Cage HD z.B. schon gar nicht. Das bleibt den hippen Laufradgrößen -und Breiten vorbehalten. Pffffffff…

Genau, darauf pfeife ich doch mal ganz locker, denn was es nicht gibt, baut man eben selbst oder läßt es von fachmännischer Hand umsetzen. Und wenn ich das Bike schon komplett zerpflücke, war das schlichtweg eine paßende Gelegenheit die Gabel so etwas Bikepacking tauglicher zu machen – besser gesagt machen zu lassen. Somit blieb nur noch die Umsetzung durch einen erfahrenen Rahmenbauer. Punkt. Über meinen Adapter für klassische Gabeln mit Lowriderösen für den Salsa Anything Cage HD hatte ich ja schon berichtet, welcher auch an die Surly Straggler Gabel gepaßt hätte. Das wäre wohl die unkomplizierteste Lösung gewesen welche auch funktioniert, aber schön ist eben anders.

 

Surly Straggler Custom Gabel mit Gewindehülsen für 3 Bolt Mount und Standard Flaschenhalter

Surly Straggler Gabel nach Umbau

 

Durch meinen Freund Christoph bin ich auf den Rahmenbauer Meerglas in Berlin ansäßig, aufmerksam geworden. Christoph hatte sich bei ihm einen 26″ Randonneurs Rahmenkit „The Golden One“ – auf Maß bauen lassen und war völlig von den Socken. Als ich das feine Teil das erste Mal selbst in den Händen hielt, konnte ich seine Begeisterung absolut nachvollziehen. Grund genug für mich meine Gabel in die Hände von Thomas Becker zu geben. Nach ausführlicher telefonischer Beratung und folgender Übersendung der Surly Gabel, meiner Schablone für die Positionen der Gewindehülsen und diversen Zeichnungen, erhielt ich die umgebaute Gabel genau nach meinen Vorstellungen zurück und war selbst vom „unsauberen“ Zustand schon seeehr angetan. Und nur mal am Rande – man möchte bei meiner ganzen Lobhudelei für Meerglas meinen, daß ich den Umbau gesponsert bekommen habe…aber weit gefehlt; das habe ich alles fein aus meiner eigenen Tasche gezahlt. Support ist kein Mord! Ich finde, solche kleinen Schmieden sollte man unterstützen soweit es einem möglich ist, denn vom Mainstream der Großproduzenten gibt es einfach schon zu viel!

 

Surly Straggler Gabel in neuem Lack & Lock

Zweifarbiges Finish

 

Surly Straggler Gabel nach Umbau mit neuer Zweiton-Pulverbeschichtung

 

Fertig gepulvert sieht das schon ganz anders aus und man könnte meinen, daß die Gewindehülsen von Haus aus schon zur Grundausstattung der Gabel gehören. Apropos Gewindehülsen und da ich es noch gar nicht erwähnt hatte; nach vorn wurden jeweils noch zusätzlich zwei davon eingelötet um einen Standard Flaschenhalter montieren zu können. Gerade für mich als abendlicher Dusch-Fuzzi mit etwas mehr Wasserbedarf ist jeder zusätzliche Flaschenhalter essenziell.

 

Surly Logo

 

Streußelkuchen?

 

Die zusätzliche Halterung für die Hydraulikleitung der Bremse unter der Gabelbrücke und die abgetrennten Ösen für Schutzbleche und Lowrider an den Gabelscheiden, hab ich fast vergessen. Jetzt wo die Gabel gepulvert ist, muß ich selbst genau hinschauen was Original und was Custom ist. Hehe. Und klar, irgendwie hat die Gabel nun auch etwas von einem Streußelkuchen, aber die Erweiterung der Transportmöglichkeiten im Bikepacking-Modus machen das wieder wett!

 

Surly Straggler Custom Gabel mit Salsa Anything Cage HD

Surly Straggler Gabel mit Anything Cages HD und Flaschenhalter

 

Rundumansichten

 

Sämtliche Halter paßen wie ich es mir vorgestellt hatte. Die den Salsa Anyhting Cage HD hätte ich gern etwas weiter unten positioniert um den Kontakt mit den Bags am Unterrohr weitestgehend auszuschließen. Die Biegung der Gabel war ansich schon eine kleine Herausforderung um den Anything Cage halbwegs sauber anliegend an zwei Gewindepositionen zu verschrauben. Noch weiter unten angesetzt wäre das so nicht mehr möglich. Der Flex der Gabel im unteren Bereich ist auch wieder höher und nicht zu verachten, was die mechanische Belastung auf den Kunststoff des Anything Cage zusätzlich erhöhen würde.

 

Geringer Abstand zwischen Reifen und Salsa Anything Cage HD

 

Ok, ein bisschen Theorie und Praxis stehen sich hier nun gegenüber. Wirklich viel Platz ist mit 6mm zwischen Cage und dem Reifen nicht mehr. Nun gut, als ich die Maße nahm, hatte ich noch die 38er Challenge Gravel Grinder Race drauf. Diese habe ich mittlerer Weile durch die 42er Contis ersetzt, aber etwas mehr Platz dazwischen wäre sicher nicht von Nachteil. Ist halt, wie es ist und es funzt auch so. Wie das bei ner schlammigen Piste aussieht ist, wird sich zeigen… 

Ganz nebenbei integriert sich das SurlyS unauffällig elegant in den Salsa Rahmen und mann könnte auch hier wieder meinen, es wäre nie eine andere Gabel eingebaut gewesen. Sowas aber auch.

 

Surly Straggler Custom Gabel mit Salsa Anything Cage HD und Alpkit Bags

Surly Straggler Gabel mit Anything Cages HD, sämtlichen Haltern und Alpkit Xtra Dry Bags

 

Rundumansichten mit 0,75l Trinkflaschen

 

Hier sieht man auch die erwähnte Einschränkung des Lenkereinschlages – zumindest bei standardisiertem dreimaligem umschlagen des Rollverschlußes der Dry Bags. Normales fahren mit den üblichen Lenkbewegungen auf ebenen Untergrund war bisher aber problemlos drin. Lediglich bei abruptem und heftigem Lenken habe ich eine Begrenzung des Lenkereinschlages festgestellt. Die Bags geben ja auch noch ein wenig nach. Klar, optimal ist das nicht, aber in Anbetracht der Möglichkeiten schon in Ordnung für mich. Weiter eingerollt kann ich dem Ganzen noch etwas mehr Luft geben und die Bags gleiten dann auch am Unterrohr vorbei.

 

Gute Paßform der Alpkit Xtra 5L Dry Bags im Anything Cage HD

 

Die hier verwendeten Alpkit Xtra 5L Dry Bags haben eine ovale Form und paßen mit der schmalen Seite perfekt in den Cage. So eingesetzt drücken sie auch nicht Richtung Reifen und verringern den geringen Abstand zum Reifen noch zusätzlich. Gesichert habe ich die Bags wieder mit Exped 60cm Accessory Straps UL, da mir die originalen Salsa Gurte einfach zu schwer gängig und fummelig waren. Das nur mal am Rande. Die Flaschenhalter hingegen sind perfekt positioniert und nehmen auch locker Flaschen mit 1 Liter Inhalt auf. Hier stecken aber 0,75L Flaschen drin.

 

Cockpit & Co – Lenker die Vierte!

Ausladende Drops am Ritchey Venture Max

 

Rundumansichten des Ritchey Midge Bar

 

Eine der größten Baustellen für mich am Vaya! Mit dem Ritchey Venture Max probiere ich nach dem Satori Boon Docks, Salsa Woodchipper und Salsa Cowbell MD 3 nun schon den vierten Lenker am Vaya aus. Bisher sind meine Hände meist schon nach kurzer Zeit in der Oberlenker-Bremshebel-Griffposition eingeschlafen. Zum Positionswechsel einfach nur den Oberlenker in der Geraden greifen geht mal kurz, aber für mich als oller Mountainbiker fühle ich mich selbst in 46er Lenkerbreite schnell eingeengt und auch diese Griffposition läßt meine Hände schnell wieder gribbeln. Also bleibt nur noch zur Abwechslung der Griff in die Hörner. Damit komme ich auch nur über eine gewisse Zeit zurecht. Trotz steilem Vorbau und Spacer kann ich darauf warten bis sich mein Rücken meldet. Und wenn ich schon in den Hörnern hänge, dann möchte ich nicht in den Drop greifen müssen um wieder die Hände nach dessen Biegung auszurichten. Das war bisher bei meinem bisherigem Salsa Cowbell MD3 Lenker der Fall, von dem ich anfangs doch recht angetan war. Im regelmäßigem Wechsel der Griffpositionen geht das schon irgendwie, aber so richtig zufrieden bin ich damit nicht wenn es ständig irgendwo zwickt. Selbst die Veränderung der Neigungswinkel der unterschiedlichen Lenker mit verschiedenen Positionen der Schalt-Bremshebel führten nur marginal zu Verbesserungen. Mein Komfortanspruch ist relativ hoch, da sich mein Rücken über die Jahrzehnte körperlich schwerer Arbeit nun immer öfter meldet. Leider. Daher versuche ich es nochmal mit einem Midge Bar ala Ritchey Venture Max auch wieder in 46cm Breite mit seinen leicht ausgestellten Drops und dem ergonomisch „flachen“ Lenkerenden.

 

Salsa Gel Kork Lenkerband, BBB Lenkerstopfen & CK Aheadset Deckel

 

Das Gel-Kork Lenkerband von Salsa und die unterlegten Gel Pads von Fizik haben sich bewährt. Am Lenkerende wurden wieder Kunststoff-Lenkerstopfen mit Konusklemmung verbaut, aber diesmal von BBB. Der Salsa Guide Vorbau mit seinen 25° Steigung und 90mm Länge paßt nach wie vor. Der Supernova The Plug III Dynamolader hingegen mußte gehen und wurde durch einen leistungsstarken Forumslader V5 ersetzt. Gebremst und geschaltet wird weiterhin mit der Shimano ST-RS685+BR-RS785 Schalt-Bremskombi. Lediglich die Schalthüllen -und Züge hab ich wieder durch das bewährte, aber ein neues Jagwire YPK Schaltzugset ersetzt.

 

Tacho mit Überblick

BC 23.16 STS Tachometer – überzeugend!

 

Nachdem mein VDO MC 2.0 WL endgültig den Geist aufgegeben hatte, war es wirklich nicht einfach eine adäquaten Nachfolger zu finden. Der Großteil sämtlicher Hersteller von Radcomputer setzten ab einem größeren Funktionsumfang und Display auf die Stromversorgung über einen integrierten Akku, welcher ausschließlich über USB zu laden ist. Das mag für diverse andere Verbraucher seinen Sinn haben, aber einen Tacho will ich einfach nicht jeden zweiten Tag ans Ladegerät hängen müßen. Ein oder zwei mal im Jahr die Batterie wechseln und fertig! Glücklicher Weise hat Sigma 2016 mit dem BC 23.16 STS genau so einen Tacho mit wechselbaren Knopfzellen in ihre neue Produktlinie aufgenommen. Zwei Knopfzellen wiegen kaum was und nehmen quasi kein Platz weg. War gut und bleibt gut! Dazu ein großes Display mit sämtlichen Werten von der Geschwindigkeit über die Höhe, Steigung und der momentanen Temperatur auf einen Blick. Der Funktionsumfang ist bei Weitem noch viel größer, wozu auch die Speicherung der gefahrenen Touren und Übertragung per NFC mittels dazugehöriger App zählt. Größtenteils ist die Anzeige auf die favorisierten Werte auch in der Größe individualisierbar. Endlich wieder ein guter Tacho von Sigma nach meinen Ansprüchen.

 

Klingel mit Klang

Rockbros Klingel – erledigt ihren Job!

 

Ja und was natürlich überhaupt nicht fehlen darf, ist eine deutlich hörbare Klingel. Nach meinem Reinfall mit der Knog Oi Bell sollte es wieder ein bewährtes Klingelkonzept mit Glocke und Klöppel werden. Von den schlechten Erfahrungen mit der Oi Bell war ich erst mal gesättigt und hatte auf Originale keine Lust mehr was Klingeln betrifft. So ist es ein Klone der Spurcycle geworden. Die kleine Glocke macht unter dem Vorbau einen ziemlich Unauffälligen, hat einen lauten und hellen Klang. Geht doch – Binng!

 

Antrieb mit mehr Performance

Ultegra Komponenten bringen einen deutlichen Mehrwert in ihrer Funktion

 

Hier hat sich doch deutlich die einfache Lagerung des 105er Shimano Schaltwerkes am Hauptbolzen und dem daraus zunehmend resultierenden Spiel gezeigt. Gerade der 11-fach Antrieb quittiert solche Toleranzen sofort mit trägem und ungenauen Schaltvorgängen. Der 105er Umwerfer wies hingegen überhaupt kein Spiel auf und hat unauffällig seine Arbeit zufriedenstellend verrichtet. Trotzdem habe ich bei Teile durch bewährte Shimano Ultegra Komponenten ersetzt. Insgesamt paßt das Ultegra-Grau nun auch besser zum neuen Finish des Rahmens. Siehe da, nun geht das Schalten für 11-fach Verhältnisse wieder knackiger und macht mehr Freude als zuvor. Ein neuer Kettenstrebenschutz war auch fällig. Leider habe ich mit den Fersen die selbstklebenden Seiten immer wieder hoch getreten, aber mit Kabelbinder-Tuning paßt es nun. 

Die Ultegra CS-6800 11-fach Kassette -und Kette verrichten in Zusammenarbeit mit den TA Specialites Zephyr/Zelito Road Kettenblättern auf der Sugino XD2 Vierkantkurbel unauffällig aber zuverlässig ihren Dienst. Die Shimano PD-A600 Pedale laufen bisher sauber ohne Beanstandungen. Einzig ein Quietschen tritt immer wieder mal auf, was wohl an der Gummimischung meiner Schuhe in Bewegung auf dem Pedalkäfig anzulasten ist. Ein Tropfen Öl behebt das Problem zumindest für einige Zeit wieder. 

Was man nicht sieht ist das neue Innenlager. Hier hat das „edle“ IRD Quad QB-75 schon frühzeitig Spiel bekommen und lief zunehmend rauer. Eine Enttäuschung auf ganzer Linie! Ersetzt habe ich es durch das klassische Shimano LX BB-UN55 4-Kant Innenlager. In meiner benötigten Breite von 113mm sitzt die Achse ebenfalls nahezu mittig (was beim 110mm Lager nicht der Fall ist), worüber ich mir bei der Erstausstattung gar nicht bewußt war, da mir nur das 110er vorlag. So hätte ich mir das teure IRD Quad Innenlager gleich sparen können. Try’n Error! Wieder was gelernt, aber so sitzt einerseits die Kurbel für saubere Schaltvorgänge an der optimalen Position und anderer seits ist der Q-Faktor auch wieder im Lot!

 

Bereifung mit Grip und mehr Breite für Komfort

Unerwartet positive Überraschung – Continental SpeedRide Puncture Protection 42

 

Meine Challenge Gravel Grinder Race haben sich Ende letzten Jahres schlagartig auf Tour verabschiedet. Spontan bin ich einfach auf den etwas breiteren Continental SpeedRide Puncture Protection in 42mm Breite umgestiegen. Der Umstieg hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Mehr Komfort, mehr Grip, alles mehr und mit gerade mal 430g immer noch recht leicht. Bisher top Performance! 

Bei den Laufrädern ist alles beim alten geblieben. DT Swiss TK 540 Disc Felgen, DT Swiss Competition Speichen, Hope Pro 2 EVO Disc Nabe hinten und den Schmidt SON 28 Nabendynamo vorne. Bewährt stabil und hält!

 

DT Swiss RWS Schnellspanner für ein Quäntchen extra Steifigkeit

DT Swiss RWS MTB Schnellspanner für mehr Steigigkeit

 

Um primär noch ein Quäntchen mehr Steifigkeit speziell in die Gabel zu bringen, habe ich den Laufrädern die DT Swiss RWS MTB Schnellspanner spendiert. Was noch bleibt sind der Sattel und die Stütze. Hier ist auch alles beim alten geblieben. Procraft Sport Touring Gel Sattel, Thomson Elite Setback Sattelstütze gewürgt vom Thomson SeatPost Collar. Ergonomie und Paßform sind in der Kombi recht stimmig für mich.

 

Unterm Strich

Mit diesen Umbauten am Salsa Vaya bin ich nun schon wieder seit zwei Monaten unterwegs und konnte mir zum Teil schon einen recht guten Eindruck über die Notwendigkeit meines Tuning, der Umbauten und ein Funktionsplus machen. Andere Dinge brauchen noch Zeit für ein abschließendes Résumé…

Mein Vaya macht mit dem neuen Finish nun wirklich einen dezenteren Eindruck und wirkt bei genauerem Hinsehen sogar etwas edel. Im Sonnenlicht kommt der Glitter im Blau richtig zum Ausdruck und verleiht dem Vaya auf diese Weise einen speziellen Lock. Understatement ohne Verzicht auf Ausdruck! Die Gabel war bis zur ersten Fahrt die größte Unbekannte. Mit dem Zusätzlichem Umbau von Meerglas quasi ein doppeltes Risiko. Einerseits hatte ich große Hoffnung mit der Surly Stragger Gabel das Stempeln beim Anbremsen im Gelände in der Griff zu bekommen. Anderer seits konnte ich die richtige Positionierung der Salsa Anything Cage HD auch erst an der fertigen Gabel abgleichen. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch!

Vorab: Die Surly Stragger Gabel hatte bei meinem Verwindungstest im Schaubstock schon mal einen deutlich steiferen Eindruck hinterlassen, wie es die originale Salsa Gabel tat. Das hatte mich doch schon etwas hoffen lassen. Leider hat sich schon bei der ersten Probefahrt im Gelände auf uneben Untergrund wieder ein Stempeln der Gabel beim Anbremsen abgezeichnet. Nicht in dem Maße, wie es bei der originalen Gabel der Fall war, aber doch deutlich spürbar. Auch in dem Fall wieder Versuch und Niederlage! Leider. Ob die DT Schnellspanner ihren Teil für etwas mehr Steifigkeit beigetragen haben, kann ich nicht beurteilen, aber der Gesamtstabilität im Nabenbereich ist deren Klemmmechanismus mit Sicherheit zuträglich. Nunja, ändern kann ich es nun auch nicht mehr, aber zumindest habe ich versucht das Problem anzugehen. Die Verwendung von unterschiedlichen Bremsbelägen hatte in der Vergangenheit auch keine Verbesserung gebracht. Einzig die Verwendung von anderen Bremsscheiben wäre wohl vor einer Full Custom Gabel die letzte Budget-Option das Stempeln in den Griff zu bekommen. Habs zumindest mal auf meine Agenda gesetzt…

Wie die montierten Salsa Anyhing Cages DH mit der mechanischen Belastung durch den Flex der Gabel zurecht kommen ohne darunter ihren Dienst zu quittieren, ist bisher auch nur der Blick in die Glaskugel.

Der Antrieb fühlt sich nun mit den präziseren Ultegra-Komponenten wieder etwas spritziger an und läßt sich für 11-fach recht präzise schalten. Den Unterschied habe ich ganz deutlich am Schaltwerk wahrgenommen. Shimano Ultegra und XT Komponenten sind halt eine andere Liega in puncto Schaltpräzision, wie sämtliche Gruppenparts darunter. Ergo; die Gänge lassen sich hinten und vorne sauber hoch wie runter schalten, auch wenn das Schaltwerk die Kette mit etwas Verzögerung auf das nächst höhere Ritzel hebt. Insgesamt aber im grünen Bereich.

Mit dem Ritchey Venture Max gebe dem Lenkertype Midge Bar nun die letzte Chance am Vaya. Die leicht ausgestellten Drops mit der größeren Grifflänge und der ergonomischen Erhöhung, welche ich den Handinnenflächen erst mal angenehm liegt, bringen hier schon mal eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Salsa Cowbell MD 3. Die Breite von 46cm bleibt aber und ob ich mich daran irgendwie noch gewöhnen kann, wird sich zeigen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht wirklich daran, aber einfach so die Flinte ins Korn werfen will ich auch wieder nicht.

Die Continental SpeedRide Puncture Protection Reifen haben mich insgesamt am meisten überrascht. Meine bis zum Ausfall sehr gut laufenden Challenge Gravel Grinder Race waren zu der Zeit überall ausverkauft und eine Alternative mußte her. Bis Anfang der 2000er hatte ich auf meinen Mountainbikes fast durchweg Reifen von Conti gefahren, bis ich irgendwann die Pannenanfälligkeit satt hatte und zu Schwalbe wechselte. Damals hatte der Reifenhersteller vergleichsweise wirklich die Nase vorn. Bei den Schlappen bin ich bis vor kurzem auch geblieben ohne groß über den Tellerrand zu schauen. Da die Qualität von meinen verwendeten Schwalbereifen in den letzten Jahren massiv zu wünschen übrig ließ, habe ich mich wieder mal bei Conti umgesehen und wurde mit dem 42er SpeedRide fündig. Auf losem Untergrund deutlich spürbare Traktion, präzise Rückmeldung der Bodenbeschaffenheit und merklicher Komfort durch die Breite des Reifen. Leises Abrollverhalten, guter Kurvenhalt und fast schon klebrig auf Asphalt. Kurzum – bisher top Performance!

Sämtliche anderen Parts erledigen unauffällig ihre Arbeit ohne signifikante Auffälligkeiten. Ansich wäre die Funktion aller Parts am Bike der Optimalzustand, aber wiederum gäbe es dann auch nichts mehr zu tunen ;-  >

In wieweit meine Optimierungen an meinem Salsa Vaya funktionieren, wie und ob ich mit meinem Gravelbike/Bikepacking Wollmilchsau-Konzept ins Reine komme, wird diese Saison zeigen. Der nächste Winter kommt bestimmt! Spätestens dann wäre wieder ausreichend Zeit für Veränderungen und Ideen spuken mir mehr als genug im Kopf herum…

Von | 2017-11-06T12:29:17+00:00 23 April 2017|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Quasi Nitro 25. April 2017 um 6:28 Uhr - Antworten

    Hey Christoph,
    danke fürs Lob und aufmerksame lesen ;- )

    Deinem Wunsch kann ich leider erst mal nicht gerecht werden. Ein Artikel zum Forumslader ist nicht geplant. Hab das Teil ja erst ganz neu und muß es ausgiebig testen. Aber mal sehen, was die Zukunft noch so bringt…

    Beste Grüße,
    Matthias

  2. EW742 24. April 2017 um 21:31 Uhr - Antworten

    Danke für die umfangreiche Darstellung Deiner Umbauarbeiten und Inspirationen, wünsche Dir viel Spaß auf dem Rad. Habe nur einen kleinen Wunsch: noch einen ähnlichen Blogbeitrag zum Forumslader, aber den hast Du vermutlich ohnehin schon als Entwurf angelegt 😉

    Gruß
    Christoph

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