Tread Lite Gear Cuben Fiber Led Camping Lantern im Test – smarte Zeltlampe mit ultraleichten 8g

Von Tread Lite Gear hatte ich ja schon den Cuben Fiber Dyneema X Grid Stuff Sack unter die Lupe genommen. Dieser war allerdings nicht mein erstes Gadget der kleinen Einmann-Cottage von der Insel.
 
Die Tread Lite Gear Cuben Fiber Led Camping Lantern Hammock 8g (Was für eine grandiose Bezeichnung für so ein kleines Teil, war quasi mein erster Kontakt zu einem Produkt der UL-Schmiede und das kleine Zeltlämpchen ist seither immer wieder mit auf Tour gewesen.
 
Für sämtliche Produkte, welche dort in Handarbeit an der Nähmaschine entstehen, werden Materialien wie Dyneema X Gridstop, Fibremax Spinnaker und Cuben Fiber in Kombination verwendet. Ein kleines Sortiment an ausgewählten UL-Teilchen ist ebenfalls vorhanden. Wahlweise sind seine Produkte auch im Shop von Outdoor Line erhältlich, wobei das Produktangebot unregelmäßig wechseln kann und durch neue Parts ergänzt wird.
 
Allerdings bin ich schon zuvor, als die kleine Cottage noch im Entstehungsprozeß und die Produkte noch nicht in den o.g. Shops erhältlich waren, ehr zufällig bei UL-Recherchen auf ebay darauf gestoßen und habe die Tread Lite Gear Cuben Fiber Led Camping Lantern Hammock 8g einfach mal geordert.
 
Nach einem Jahr in Benutzung wird es nun mal Zeit meine Eindrücke von dem kleinen UL-Zeltlämpchen zusammen zu fassen und wie es sich bisher geschlagen hat, erfährst du nun im folgenden Testbericht.

 

 

Tread Lite Gear Ultralight Cuben Fiber Led Camping Lantern 8g

 

Aufbau und Material 

Einfach gesagt ist die UL-Zeltlaterne ein kleiner Sack mit eingehängter LED-Lampe und einer Kordel mit Mini-Karabiner zum aufhängen und das Ganze aus ultraleichten Materialien gefertigt. So ließe sich das Teil wohl am verständlichsten beschreiben, wenn man nicht direkt die Bilder vor Augen hätte. Aber so eine rudimentäre Beschreibung käme einer Degradierung gleich und ich würde der Cuben Fiber Led Camping Lantern unrecht tun. Die ultraleichte Ausführung mit bekannten Materialien dafür wurde bei genauerer Betrachtung irgendwie „einleuchtend“ und wirklich smart umgesetzt.
 
In der Tat wiegt das Zeltlaternchen die angegeben 8g – wobei die Waage auch mal auf die 9 springt, aber ich will mal nicht so kleinlich sein 😎 
 
Ok, aber wie schon erwähnt wurde auch hier dem niedrigen Gewicht dienlich wieder auf die Materialkombi aus Dyneema X Gridstop für den Boden und dem Body diesmal aus ultradünnen und ultrasensiblen Cuben Fibre Laminat in 0,3oz Stärke gesetzt – halt in Miniaturausführung, was die Finger beim Nähen gerade noch so greifen können. Der rechteckige Schnitt von 3,5x4cm im Bodenbereich ist bis hin zum Oberteil quasi zylindrisch auslaufend und 6,5cm hoch.
 
 
Der Lampensack wird durch lösen oder zuziehen der gelben 1,25mm Dyneema-Kordel mit 9cm Länge über die Fixierung eines Mini-Tanka geöffnet oder geschlossen. Bekannt bewährter Packsack-Verschluß, aber hier wieder in der Mini-Ausführung. Die Kordelausgänge wurde jeweils lediglich mit einem größeren Stich „verriegelt“ in welcher die Kordel an beiden Seiten austritt. Hierfür eine Messingöse zu verwenden würde sich negativ auf das Gewicht auswirken und das Vernieten wäre wahrscheinlich nur mit viel Zeitaufwand umzusetzen. Leider haben die Nähte im ultradünnen Cuben Fibre Laminat in diesem Bereich nicht lange gehalten, sind teilweise ausgerissen oder aufgegangen.
 
Auf die Kordel ist die kleine LED-Lampe aufgefädelt. Eine No Name Lampe, welche meiner Photon Micro-Light aus der ersten Generation bis auf das fehlende Logo gleicht, aber wahrscheinlich eine Kopie vom Chinamann ist. Mit dem Mini-Tanka wird der Lampensack verschlossen und am Ende ist zur Aufhängung ein Mini-Karabiner in die Kordel eingeknotet.

 

Das LED-Lämpchen hängt somit in dem Sack und das Cuben Fibre Laminat mit seiner diffusen Lichtdurchläßigkeit fungiert quasi wie ein Glühstrumpf bei einer gasbetriebenen Zeltlampe.
 
Und klar – das Ganze hat mit dem Glühen im eigentlichen Sinne und der Funktion einer Gaslaterne nichts zu tun, aber der Verdeutlichung ist es doch dienlich. Natürlich alles in Relation. Logo.
 
Wie man zuvor schon erahnen konnte, wurde zusätzlich auf das Bodeninnere eine selbstklebende Spiegelfolie aufgebracht um das vertikale Licht nicht gänzlich im schwarzen Boden versiegen zu lassen und zu reflektieren. Smart! Allerdings leidet so auch die Ausleuchtung nach unten.
 
Sämtliche Nähte im Bodenbereich und am Cuben-Body wurden mit einfachen Nähten versehen. Lediglich an den „Streßpunkten“ wurde zusätzlich verriegelt.
 
Leider hat sich zum Teil die selbstklebende Spiegelfolie vom Dyneema X Gridstop Boden gelöst. Ob das mit meinem Transport im zusammen gepackten Tarptent zusammenhängt will ich nicht ausschließen. Von daher nicht wirklich der Rede wert, da einfaches Andrücken vorerst wieder etwas Haftung zurück brachte, aber unerwähnt wollte ich es trotzdem nicht lassen.

 

 
 
 

Bedienung 

Die Lampe kann überall dort aufgehangen werden, wo es der Karabiner selbst oder die Kordel umschlingend an Durchmessern zuläßt. Hier unter der Decke des Tarptent, wo die Lampe am wenigsten die eigene Beweglichkeit beim Umziehen oder dem allgemeinen umherwurschteln stört, ist wahrscheinlich die geläufigste Position.
 
Selbst unter dem Tarp sind oft kleine Schlaufen oder D-Ringe angebracht und mit einer durchgehenden Ridgeline hat man sogar die freie Wahl der Lampenpositionierung. Hier in Kombi mit einem Hammock.
 
Die Lampe wird über einen kleinen Schiebeschalter ein -und ausgeschaltet. Das funktioniert mit der Fingerspitze nur mit Druck und setzt das Entnehmen der Lampe aus dem Sack voraus. Zum einen ist das ziemlich umständlich und zum anderen mir dabei die Naht aufgerissen. Besser läßt sich der Schalter mit dem Fingernagel bedienen. Dabei kann die Lampe im Sack bleiben und der Schalter läßt sich mit Gefühl auch recht gut durch das Cuben Fibre Laminat bedienen. Dimmen läßt sich die Lampe nicht – AN oder AUS – mehr braucht es für den Zweck auch nicht.
 
Befeuert wird der Leuchtwinzling mit Zwei CR2016 3V Knopfzellen, welche sich über das Lösen der vier Kreuzschlitzschrauben austauschen lassen. Zur Lumenangabe habe ich nichts finden können, was bei so einem Lämpchen mit dem optionalen Verwendungszweck auch nicht wirklich eine Rolle spielt. Zumindest soll die Lampe mit vollen Batterien eine maximale Leuchtdauer von ungefair 12 Stunden erreichen. Das habe ich bisher nicht nachmessen können. Schlagartig geht das Licht ja nicht aus und wenn die Leuchtkraft der Lampe langsam nachläßt, wechsle ich die Knopfzellen vor der nächsten Tour einfach aus. Da das Licht der Lampe nicht essenziell auf einer Tour und nur on top ist, wäre das totale erlischen an einem langen Abend im Zelt zu verschmerzen. Die Kopflampe stünde ja parallel immer noch zur Verfügung. 

 

Ausleuchtung 

Wie schon erwähnt wird der Bereich unter der Lampe durch das schwarze Dyneema X Gridstop und die Spiegelfolie wenig ausgeleuchtet und der Großteil des Lichtes strahlt seitlich nach oben weg. Allerdings ist das Zelt insgesamt schon deutlich mehr ausgeleuchtet, wie es auf den Bildern scheint, wobei mein hellgraues Tarptent die Ausleuchtung noch ein wenig unterstützt.
 
 
 

Unterm Strich

Die Tread Lite Gear Cuben Fiber Led Camping Lantern ist eine smarte und vor allem mit 8g ultraleichte Zeltlaterne für Minimalisten und den Luxus-ULer. 
Die Ausleuchtung kann natürlich nicht mit großen Zeltlaternen mithalten. Klaro. Das ist a.G. der kleinen LED gar nicht möglich und war auch mit Sicherheit nicht vorgesehen. Wenn sich die Augen an die Dunkelheit angepaßt haben, bietet selbst so eine kleine Lampe genug Licht für die notwendigen Tätigkeiten im Zelt. Lesen zähle ich mal mangels ausreichender Ausleuchtung nach unten, mit der Position unterm Dach, nicht dazu. Bei einer tieferen Positionierung wäre aber auch das möglich. 
Die Idee das Licht mittels Spiegelfolie nicht einfach im Stoff verpuffen zu lassen und so zu reflektieren ist einleuchtend. Leider ist eine solche Reflektion zur Seite und nach oben in dem Fall nicht wirklich Praxis gerecht, da eine Zeltlampe weit oben im Zelt aufgehangen möglichst viel Fläche ausleuchten sollte. Selbst die größere Helligkeit durch die reflektierende Spiegelfolie ändert daran nichts. Auch wenn die Leuchtkraft der Lampe ansich minimalistisch ist, würde ein Lampensack komplett aus Cuben Fibre Laminat das Licht, wie bei einer Gaslampe der Glühstrumpf fungierend, gleichmäßiger und diffus verteilen. Ok, man könnte die Mini-Lampe quasi auch in einen leeren Teebeutel hängen und hätte wahrscheinlich einen ähnlichen Effekt, aber darum geht es ja hier nicht. 
Die Verarbeitung ist leider nur Mittelmaß. Natürlich war ich mir von vorn herein darüber bewußt, daß so ein kleines in Handarbeit hergestelltes UL-Gadget sorgsamen Umgangs bedarf. Selbst den frickeligen Mini-Schalter an der Lampe kannte ich schon vom Original. Das nun schon nach ein paar Mal umständlichen entnehmen aus dem Säckchen zum Ein -und Ausschalten der Lampe die Naht aufriß, ist trotzdem ärgerlich. Wie schon erwähnt, bediene ich den Schalter seit dem per Fingernagel durch das Cuben Fibre Laminat. Das hat bisher ohne sichtbaren Verschleiß gut funktioniert und die Nacht ist dadurch auch nicht weiter aufgegangen. Eine Bedienung selbst mit dünnen Fleece-Handschuhen schließt sich selbstredend aus. Am Ende ist die Tread Lite Gear Cuben Fiber Led Camping Lantern für mich eine nette Luxus-UL-Spielerei mit Verbesserungspotential. Mal sehen, was da noch kommt. Zumindest hat das kleine Leuchtsäckchen auf meinen bisherigen Touren stets für muggelige Abendstimmung im Tarptent gesorgt. Das geringe Gewicht ist absolut zu vernachlässigen und ich hatte sie selbst auf UL-Hikingtouren schon zusätzlich dabei, obwohl ich genauso gut meine  10g UL-Stirnlampe  an die Decke hätte hängen können. Daher ist selbst eine solche UL-Zeltlaterne obsolet, wenn man das letzte Gramm einsparen möchte. Klar. Auf meinen Bikepacking Touren fallen die paar Gramm extra am Bike nicht ins Gewicht, die Lampe verbleibt daher einfach über die gesamte Zeit im Zelt eingehangen und wird auch so verpackt. Der Preis von ca. 13€ incl. Versand ist in Betracht der mäßigen Verarbeitung schon etwas luxuriös, aber geht für den Cottage-Charakter und die Handarbeit Made in UK dann doch für mich irgendwie in Ordnung.
 
Von | 2017-11-06T12:28:44+00:00 30 November 2016|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Julia 8. November 2017 um 10:59 Uhr - Antworten

    Danke für diesen tollen Blog und den schönen Bildern.

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